Verzetnitsch warnt vor Geschichtsverfälschung

Der 8. Mai ist nicht nur ein Trauertag für die Opfer des Nazi-Regimes, sondern auch eine der Geburtsstunden der Demokratie

Wien (ÖGB). "Der Jahrestag der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht darf nicht zu einem Trauertag von jenen umfunktioniert werden, die dem Ende des nazionalsozialistischen Regimes nachweinen", sagt ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch am Tag vor dem 8. Mai. "Denn dieser Tag ist nicht nur ein Trauertag für alle Opfer des Nazi-Regimes, sondern auch eine der Geburtsstunden der Zweiten Republik. Sie hat uns Demokratie, Meinungsvielfalt und Wohlstand gebracht."++++

Der 8. Mai dürfe nicht als "Tag der totalen Niederlage" gesehen werden, sondern müsse ein Trauertag für alle Opfer des Nazi-Regimes sein, mahnte der ÖGB-Präsident. Dieser Tag ist auch als eine der Geburtsstunden der Zweiten Republik zu verstehen, die uns Demokratie, Meinungsvielfalt und Wohlstand gebracht hat, sagte Verzetnitsch. Geplante Kundgebungen rechtsextremer und neonazistischer Organisationen wären eine Provokation für alle DemokratInnen - am 8. Mai muss daher ein deutliches Zeichen für die Demokratie, für Solidarität und gegen Faschismus, Nationalsozialismus und Rechtsextremismus gesetzt werden. "Das Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ist als ein wichtiges Symbol für die Wiedererrichtung Österreichs zu sehen", betonte der ÖGB-Präsident.

Der ÖGB hat in seinen Statuten festgeschrieben, gegen alle Erscheinungen und Überreste des verbrecherischen Regimes aufzutreten. Niemals darf der Trauer angesichts des qualvollen Todes, der seine Spuren in den Konzentrationslager gezogen hat und niemals die Todesmärsche vergessen werden. "Niemals darf es darüber den Mantel des Schweigens geben", sagte Verzetnitsch.

Verzetnitsch abschließend: "Allen jenen, die versuchen ein Tuch des Vergessens über die Vergangenheit zu breiten, und die aus taktischen und politischen Gründen mit dem Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit tagespolitisches Kleingeld machen wollen, werden wir entschieden entgegentreten. Die Niederlage des Naziregimes darf nicht dazu genutzt werden, dass rechte Gruppierungen eine Trauerveranstaltung abhalten und das Ende nationalsozialistischer Gewaltherrschaft zur Geschichtsverfälschung missbrauchen." (ew)

ÖGB, 7. Mai 2002
Nr. 415

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