Maier: Geschäfte mit Gesundheit müssen besser kontrolliert werden

SPÖ fordert verschärfte Bestimmungen für Magnetfeldtherapieprodukte und Nahrungsergänzungsmittel

Wien (SK) "Mit dem Thema 'Geschäfte mit der Gesundheit' sind wir Konsumentenschützer seit Jahren konfrontiert", so der SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz. Im Mittelpunkt der Pressekonferenz standen die Geschäfte mit Magnetfeldtherapieprodukten und Nahrungsergänzungsmittel. In beiden Bereichen habe das Gesundheitsministerium Handlungsbedarf, hielt der SPÖ-Abgeordnete fest.****

"Wir fürchten, dass alte und kranke Menschen hier um ihr Geld gebracht werden", bemerkte Maier zum Thema Magnetfeldtherapie. Er selbst sei kein genereller Gegner dieser Therapieform, allerdings dürfe diese nur eingesetzt werden, wenn sie medizinisch sinnvoll sei. Zahlreiche Magnetfeldtherapieprodukte würden etwa im Rahmen von Werbefahrten verkauft. Die beigefügten Indikationsangaben seien nicht geprüft und Erkenntnisse der Medizin würden nicht berücksichtigt. "Gesundheitsminister Haupt hat im Frühjahr 2001 eine Vertriebsverordnung zugesagt. Er ist die Einlösung des Versprechens bis heute schuldig geblieben", kritisierte Maier.

In einer Anfrage an Bundesminister Haupt sei er darauf eingegangen, dass sich Firmen, die Magnetfeldtherapieprodukte vertreiben, sich in manchen Fällen Ärzten für die Werbung bedienen und diese verbotene Provisionen kassieren würden, wenn sie diese Produkte vertreiben. In Österreich sei es laut Ärztegesetz unzulässig, wenn Ärzte für Produkte dieser Art werben. Aus der Anfragebeantwortung von Bundesminister Haupt habe sich ergeben, dass bis dahin entsprechende Kontrollen gefehlt hätten. Neben den Vertriebsstrukturen müssten auch die Werbemethoden hinterfragt werden. So habe sei in Österreich mit Krebsheilung geworben worden, was medizinisch nicht haltbar sei. "Die SPÖ hat daher vier Forderungen: eine Vertriebsverordnung, die untersagt, dass Magnetfeldtherapieprodukte bei Werbefahrten verkauft werden, verstärkte Kontrollen und Untersuchungen, eine Positivliste von zugelassenen Produkten und eine Verschärfung des Ärztegesetzes", hielt Maier fest.

Bei den Nahrungsergänzungsmitteln gebe es derzeit zwei Ginkopräparate, die von Ärzten vertrieben werden. Diese seien nicht mehr ersatzfähig und müssten daher vom Patienten teuer bezahlt werden. "Welcher Patient ist fähig, nein zu sagen, wenn ihm ein solches Produkt von seinem Arzt verkauft wird?", fragte Maier. Es gebe zwar rechtliche Vorschriften, die dem Arzt verbieten würden Medikamente und Heilmittel zu verkaufen, allerdings gelte dies nicht bei Nahrungsergänzungsmittel. "Es besteht die Gefahr, dass Ordinationen zu Gemischtwarenläden werden."

Immer wieder gebe es bei Nahrungsergänzungsmitteln Verunreinigungen mit anabolen Steroiden. Die Problematik sei seit einem Jahr bekannt, da nationale und internationale Studien diese Verunreinigung immer wieder nachgewiesen hätten. Bei den Kennzeichnungen der Produkte werde nicht auf den Dopinggehalt hingewiesen. Athleten seien trotz allem bei Dopingkontrollen dafür verantwortlich. Laut Arzneimittelgesetz sei es zulässig, bei Sportvereinen und Fitnesscentern Kontrollen durchzuführen, allerdings werde der Handel nicht erfasst. Auch die Zuständigkeit auf politischer Ebene sei nicht genau geklärt. So würden sich Sportministerin Riess-Passer und Gesundheitsminister Haupt gegenseitig die Verantwortung zuschieben. (Schluss) sw

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