VIETNAMESISCH-ÖSTERREICHISCHES ABGEORDNETENGESPRÄCH Parlamentsvizepräsident Lan wirbt um österreichische Investoren

Wien (PK) - Den Schlusspunkt im heutigen Parlamentsbesuch des Vizepräsidenten der vietnamesischen Nationalversammlung Mai Thuc Lan bildete ein Gespräch mit Mitgliedern des Außenpolitischen Ausschusses des Nationalrates unter der Leitung von Obmann-Stellvertreter Michael Spindelegger.

In ihren Begrüßungsworten brachten Vizepräsident Mai Thuc Lan und Abgeordneter Spindelegger übereinstimmend ihre Freude über die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern zum Ausdruck, hoben die rege Besuchstätigkeit hervor und trafen einander auch in dem Wunsch, die Kontakte zwischen Österreich und Vietnam weiter zu intensivieren.

Konkrete Fragen nach der Teilnahme Vietnams an wirtschaftlichen Integrationsprozessen in Asien, nach der Situation der
Minderheiten und nach dem Stand des Reformprozesses beantwortete Vizepräsident Lan mit dem Hinweis auf die aktive Rolle Vietnams beim Ausbau der wirtschaftlichen Kooperation zwischen den asiatischen Ländern und nannte als Beispiel die Regelungen für
die künstlerische Tätigkeit, die auf dem Wirtschaftsgipfel in Hanoi im Jahr 1998 vereinbart werden konnten.

Die Bevölkerung Vietnams bestehe zu 80 % aus Vietnamesen und aus den Mitgliedern von insgesamt 54 ethnischen Minderheiten, die
alle im Parlament vertreten sind und Zugang zu höchsten
Funktionen in Staat und Partei haben. Vizepräsident Lan
informierte über die Tätigkeit eines eigenen "Völkerausschusses" im vietnamesischen Parlament und einer ständigen Regierungsorganisation für die Völker. Es komme nur sehr vereinzelt zu ethnischen Problemen und Konflikten, sagte Lan und führte dies auch darauf zurück, dass die Völker in der Geschichte Vietnams immer gemeinsam gegen ausländische Invasoren aufgetreten seien.

In der Wirtschaftspolitik werde der Weg der Reformen und der Privatisierung von Betrieben fortgesetzt, sagte der
vietnamesische Parlaments-Vizepräsident. Staatliche und private Betriebe seien gleichgestellt, wobei Vietnam versuche, die Entwicklung der Marktwirtschaft mit dem sozialistischen Weg zu verbinden. Vietnam bemühe sich um Aufnahme in die WTO, berichtete Vizepräsident Lan und bat dabei auch um Unterstützung von Seiten Österreichs. Für Investitionen von Ausländern herrschten in Vietnam liberale Regelungen, in Zukunft werde Vietnam aber noch stärker auf die Wünsche der Investoren eingehen, kündigte Lan an. In diesem Zusammenhang brachte Mai Thuc Lan das Interesse seines Landes an einer stärkeren Investitionstätigkeit österreichischer Firmen zum Ausdruck und machte auf den großen Bedarf Vietnams an Motoren, Eisenbahntechnik, Waggons, Lokomotiven, Schienen und landwirtschaftlichen Maschinen aufmerksam. Österreichische Firmen könnten Niederlassungen gründen, selbständig Betriebe errichten oder mit vietnamesischen Unternehmen kooperieren - es stünden
viele Möglichkeiten offen, auf dem großen vietnamesischen Markt mit seinen 80 Millionen Menschen tätig zu werden, sagte Vizepräsident Lan.

Für wünschenswert hielten die südostasiatischen Gäste wie ihre österreichischen Gesprächspartner auch die Vertiefung der kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern, die jeweils eine lange Geschichte, eine große kulturelle Tradition und das Bemühen verbinde, dieses Erbe zu erhalten und zu pflegen.

An dem Gespräch nahmen auf Seiten Österreichs die Abgeordneten Hannes Bauer (S) und Paul Kiss (V) teil.

Nach einem Mittagessen auf Einladung der Vizepräsidentin des Bundesrates Anna Elisabeth Haselbach werden Vizepräsident Mai
Thuc Lan und seine Begleiter ihren Gesprächsreigen beim Präsidenten des Rechnungshofes Franz Fiedler fortsetzen. Morgen Mittwoch werden sie Krems besuchen, am Donnerstag wird die vietnamesische Delegation ihre Österreich-Visite beenden und nach Budapest weiterreisen. (Schluss)

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