Schwarzer: Einfuhr nicht geprüfter Pflanzenschutzmittel inakzeptabel

Umgehung der Pflanzenschutzmittelzulassung benachteiligt heimische Wirtschaft

Wien (PWK321) - Geht es nach dem Willen des Landwirtschaftsministeriums, sollen ausländische Pflanzenschutzmittel künftig auch ohne behördliche Zulassung in Österreich verkauft und verwendet werden dürfen, während österreichische Produkte weiterhin im In- und Ausland erst nach anspruchsvollen Prüfungsverfahren auf den Markt gebracht werden dürfen.

Auf diese Weise würden EU-rechtliche Vorgaben ignoriert sowie der Gesundheits- und Umweltschutz in den Hintergrund treten. Die Benachteiligung der österreichischen Wirtschaft spiele scheinbar keine Rolle, wenn es darum geht, unkontrolliert Pflanzenschutzmittel aus anderen EU-Staaten in Österreich anzuwenden. "Dagegen sprechen wir uns mit Nachdruck aus. Alle Maßnahmen müssen europarechtlich soweit harmonisiert werden, dass sie keine wirtschaftliche Einbahnstraße bilden. Risiken für Konsumenten und Umwelt, die letztlich auf Kosten des österreichischen Steuerzahlers gehen, müssen ausgeschlossen werden", betont der Leiter der Abteilung für Umwelt-, Energie- und Infrastrukturpolitik, Doz. Stephan Schwarzer.

Der notwendige Schutz der Konsumenten, der Umwelt und der Anwender könne nicht nur einseitig den österreichischen Produzenten und Vertriebsfirmen auferlegt werden, sondern müsse auch bei den Importen aus dem Ausland im selben Ausmaß sichergestellt sein. Berücksichtigt man die Tatsache, dass Parallelimporte aus anderen Ländern nach Deutschland ohne Zulassung möglich sind, besteht die Gefahr, dass künftig auch verbotene Produkte nach Österreich gelangen, warnt auch Dipl.-Ing. Türk, Fachverband der Chemischen Industrie.

Nachdem Pflanzenschutzmittel in den anderen Mitgliedsstaaten - im Gegensatz zu Österreich - noch auf Basis einer veralteten Richtlinie gekennzeichnet werden, wird ein und dasselbe Produkt in Österreich z.B. in dreierlei Verpackungen mit jeweils unterschiedlichen Anwendungs- und Warnhinweisen sowie Aufwandsempfehlungen verkauft werden, da die Anwendungsvorschriften vor allem auf den Schädlings-und Krankheitsbefall des jeweiligen Landes hin maßgeschneidert werden.

"Stellt man die zu befürchtende Über- und Fehldosierung der Pflanzenschutzmittel und die langfristigen ökologischen Risiken für die Landwirtschaft in Rechnung, so macht die geplante Pflanzenschutzgesetz-Novelle wohl auch aus wirtschaftlicher Sicht für die Pflanzenschutzmittel-Verwender wenig Sinn", erklärt Schwarzer. (hp)

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