Trotz niedrigster Quote mehr aktive Arbeitsmarktpolitik in Oberösterreich

Linz (OTS) - In Oberösterreich bundesweit die niedrigste Arbeitslosenquote - Mehr Abgänge aus der Arbeitslosigkeit - Zäher Abbau der Arbeitslosigkeit am Bau - Stellenmarkt weiter auf niedrigem Niveau - Zusätzliche Projekte für Arbeitslose

Mit 4,3 % erreichte Oberösterreich im April bundesweit die nied-rigste Arbeitslosenquote (Österreich: 6,9 %). Auch regional lagen die oberösterreichischen Arbeitsmarktbezirke im Spitzenfeld. Zu Monatsende waren in Oberösterreich 24.184 Personen arbeitslos re-gistriert. Österreichweit betrug die Zahl an arbeitslos vorgemerk-ten Personen 231.167.

Österreichische Bezirke mit den niedrigsten Arbeitslosenquoten

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Eferding 2,3 %
Freistadt 3,0 %
Grieskirchen 3,2 %
Perg 3,6 %
Rohrbach 3,6 %
Zwettl 3,6%
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Vergleich zum Vorjahr

Heuer meldeten sich im April etwas mehr Personen arbeitslos als im Vorjahr (+376), es schieden aber auch mehr Personen aus der Ar-beitslosigkeit aus als vor Jahresfrist (+666). Der Bestand an Ar-beitslosen lag um 4.568 über dem Vorjahresniveau, wobei die Män-nerarbeitslosigkeit (+2.924) stärker anstieg als die Frauenar-beitslosigkeit (+1.644). Die Vorgemerktenzahlen erhöhten sich in den meisten Branchen. Am stärksten fiel der Anstieg in den Hilfs- berufen (+1.119), in den Metall- und Elektroberufen (+916) und in den Büroberufen (+578) aus. Auch in den Bauberufen erhöhten sich die Vorgemerktenzahlen gegenüber dem Vorjahr wieder deutlich (+300).

Regional zeigt sich ein nahezu einheitliches Bild. Mit Ausnahme von Freistadt (-18) lag die Arbeitslosigkeit in allen Regionen über den Vorjahreswerten. Die stärksten absoluten Anstiege ver- zeichneten dabei Linz (+984), Wels (+657), Steyr (+578) und Vöck- labruck (+510). Der relative Anstieg fiel in Kirchdorf mit +35,8% am stärksten aus.

Stellenmarkt

Die oberösterreichischen Betriebe beauftragten im April das AMS OÖ mit der Besetzung von 4.353 offenen Stellen - um 250 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig konnten 4.145 Stellen in Abgang ge- nommen werden. Insgesamt waren zu Monatsende 5.241 offene Stellen gemeldet -um 287 mehr als im März und um 1.042 weniger als vor einem Jahr. In der Land- und Forstwirtschaft (+181) und im Frem- denverkehr (+71) lag das Stellenangebot spürbar höher als vor ei- nem Jahr, in den Metall- und Elektroberufen (-761) und bei den Technikern (-147) ging die Zahl an offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück.

Lehrstellenmarkt

Im April 2002 waren oberösterreichweit 421 Jugendliche als sofort verfügbare Lehrstellensuchende (im Vorjahr: 387) vorgemerkt. 2.810 Jugendliche waren als sonstige an Lehrstellen Interessierte (im Vorjahr: 3.231) registriert, darunter 224 Jugendliche auf Ausbil-dungsplätzen in Stiftungen und Lehrgängen.

Im Vergleich zum April 2001 waren um 34 sofort verfügbare Lehr-stellensuchende (Burschen: -5, Mädchen: +39) mehr und um 60 sofort verfügbare offene Lehrstellen weniger gemeldet. Die Zahl der sons-tigen an Lehrstellen Interessierten verminderte sich im Vergleich zum April 2001 um 421. Die Zahl der nicht sofort verfügbaren offe- nen Lehrstellen verringerte sich um 576.

Auf die fünf am häufigsten nachgefragten Lehrberufe - das sind Einzelhandelskaufmann/-frau, Bürokaufmann/-frau, EDV-TechnikerIn, Kfz-TechnikerIn und Friseur- und PerückenmacherIn - kommen 51 Pro-zent aller Ausbildungswilligen; auf die fünf am stärksten angebo-tenen Lehrberufe - das sind Einzelhandelskaufmann/-frau, Koch/Köchin, Restaurantfachmann/-frau Bürokaufmann/-frau und TischlerIn -entfallen 56 Prozent der gemeldeten Lehrstellen.

Zusätzliche Projekte für Arbeitslose

"Die auch für Oberösterreich beachtliche Zunahme an Arbeitslosen erfordert ein höheres Ausmaß an arbeitsmarktpolitischer Interven-tion als ursprünglich geplant", erklärt Landesgeschäftsführer Ro- man Obrovski. "Durch zusätzliche Mittel in Höhe von EURO 4 Mio. wollen wir mehr Angebote für Arbeitslose in Oberösterreich finan- zieren." EURO 2,1 Mio. sind bereits gesichert, über EURO 1,9 Mio. verhandelt das AMS OÖ noch mit der Bundesorganisation. Das AMS OÖ ist Nettozahler im AMS-Verbund (Einnahmen 2001: EURO 800,34 Mio., Ausgaben 2001: EURO 653,14 Mio.).

finanziell gesicherte Maßnahmen:

  • 290 Transitarbeitsplätze (AMS + Land OÖ)
  • 2 Kurse für 45 LehrabbrecherInnen aus der Metall- und Elektro-branche (Ablegung der Lehrabschlussprüfung; AMS + Land OÖ)
  • 4 Gastro-Kurse ('Salz & Pfeffer') für 80 Personen (AMS + Land OÖ) mit halbjährigen Ausbildungen für Küche, Service und Etage
  • Baupolier-Ausbildung für 87 Personen (bereits durchgeführt)

geplante Maßnahmen:

  • individuelle Qualifizierungsförderung für 450 Männer
  • Eingliederungsbeihilfen für 300 Personen über 50
  • 1 Gastro-Kurs ('Salz & Pfeffer') für 20 Personen Ausbildung von 80 arbeitslosen Frauen für die mobile Heimhilfe

Rückfragen & Kontakt:

Arbeitsmarktservice OÖ
Mag. Sigrid Prentner
Mag. Christine Dürrer-Roittner
Tel.: 0732/6963/317 bzw. 313
Sigrid.Prentner@400.ams.or.at bzw
Christine.Duerrer-Roittner@400.ams.or.at

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