VIETNAMESISCHE PARLAMENTARIER IM GESPRÄCH MIT PRÄSIDENT FASSLABEND Großes Interesse der Gäste am österreichischen Parlamentarismus

Wien (PK) - Der Vizepräsident der vietnamesischen Nationalversammlung Mai Thuc Lan, der sich seit Sonntag an der Spitze einer vietnamesischen Parlamentarierdelegation in
Österreich aufhält, setzte heute Vormittag seine Gespräche im Hohen Haus fort. Erster Programmpunkt war eine Unterredung mit
dem Dritten Nationalratspräsidenten Werner Fasslabend, der die Gäste herzlich begrüßte. Vizepräsident Mai Thuc Lan zeigte sich sehr an Konstruktion und Arbeitsweise der Gesetzgebung
interessiert und informierte seinen Gastgeber über die entsprechenden Gegebenheiten in seiner Heimat.

Dritter Präsident Werner Fasslabend erläuterte seinen Gästen Aufbau und Zusammenarbeit der Gebietskörperschaften. Das österreichische System habe sich bewährt, weil es volksnah sei
und integrativ wirke. Wie in ganz Europa habe auch in Österreich die Bedeutung des Parlaments in der letzten Zeit stark
zugenommen, betonte Fasslabend. Viele Veränderungen würden schon im Vorfeld der Gesetzwerdung besprochen und Gesetzesvorhaben der Regierung im Vorfeld wie im Parlament selbst geändert. Die wachsende Bedeutung des Parlaments könne an der wachsenden Zahl
von Mitarbeitern und Experten abgelesen werden, wodurch die Möglichkeit der Mitwirkung bei Gesetzesentwürfen vermehrt worden sei.

Vizepräsident Mai Thuc Lan stellte die politische Organisation in seinem Land dar, vom Einparteiensystem ausgehend, das durch bürgernahe Organisationen ergänzt werde, über das Volkskomitee, in dem verschiedene Gruppierungen vertreten seien. Die Verwaltung ist in vier Stufen - Gemeinden, Kreise bzw. Bezirke, Provinzen
bzw. Städte und zentrale Verwaltung - aufgebaut. Die 450 Abgeordneten des Parlaments treten zweimal jährlich zu großen -etwa eineinhalb Monate dauernden - Sitzungen zusammen. Der Gast nannte drei zentrale Aufgaben des vietnamesischen Parlaments:
Gesetzgebung, Kontrolle von Regierung und Verwaltung sowie die Entscheidung in den wichtigsten Problemen des Landes.
Abschließend äußerte Mai Thuc Lan die Hoffnung auf verstärkte wirtschaftliche Beziehungen seines Landes zu Österreich.

Nach dem Gespräch mit Präsident Fasslabend besichtigten die ostasiatischen Gäste die historischen Räumlichkeiten des Parlamentsgebäudes. Im Anschluss daran ist eine Aussprache mit Abgeordnetenkollegen geplant. (Schluss)

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