Kinderfreunde fordern Jugend-Medienschutz-Paket

Wien (SK) "Jugendliche, die selbst Opfer von Gewaltakten sind oder sich in einem gewalttätigen Umfeld bewegen, nehmen sich die mediale Gewaltverherrlichung viel eher zum Vorbild als junge Menschen mit einer gefestigten Persönlichkeit", erklärte Waltraud Witowetz-Müller, Bundesvorsitzende der Österreichischen Kinderfreunde, am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Die Gewaltspirale beginne sich nicht erst zu drehen, wenn Jugendliche Gewaltakte via Medien vermittelt bekommen, sondern sie werde dadurch zusätzlich beschleunigt: "Tabus werden angekratzt, Hemmschwellen sinken, Brutalität wird als Konfliktlöser salonfähiger und beim Zusammentreffen vieler negativer Faktoren rastet hin und wieder jemand völlig aus", so Witowetz-Müller.

"Gesetzliche Verbote sind zu kurz gegriffen, denn das bloße Verbieten und die Kennzeichnung von gewalttätigen Filmen, Spielen und Internetseiten fördert noch zusätzlich die Neugier der Jugend", verweist Witowetz-Müller auf internationale Erfahrungen. "Der Jugendmedienschutz muss - ähnlich wie in England oder Deutschland -auch bei uns in Österreich wirkungsvoll entwickelt werden", fordert Witowetz-Müller:

  • Medienerziehung in der Schule und in außerschulischen Einrichtungen
  • Medienerziehung in der Elternbildung
  • Kampagnen zur Bewusstseinsbildung
  • Entwicklung von positiven Empfehlungslisten, Positivkennzeichnung und Gütesiegeln (auch in Zeitungen, Zeitschriften, im Teletext, usw.)
  • klare Regelungen in der Gewerbeordnung bezüglich Verkaufsbeschränkungen (Einrichtung von Kinder- und Jugendabteilungen im einschlägigen Fachhandel)
  • freiwillige Selbstkontrolle der Hersteller, Händler und Anbieter

Nur eine Medienkommission, bestehend aus WissenschafterInnen, FachexpertInnen, KonsumentenschützerInnen, Eltern, Jugendlichen und WirtschaftsvertreterInnen, könne dieses Paket umsetzen, Standards und Empfehlungen entwickeln sowie als Beschwerdestelle dienen. "Wenn jede dieser Gruppen einen Teil an Verantwortung übernimmt, können unsere Kinder effektiv geschützt werden", so Witowetz-Müller.

"Seit über einem Jahr wird davon gesprochen, die Jungendfilmkommission im Bildungsministerium zu einer umfassenden Medienkommission auszubauen. Bisher ist nichts in diese Richtung geschehen, aber es besteht dringender Handlungsbedarf", kritisiert Witowetz-Müller abschließend. (Schluss) hm/mp

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