"Kleine Zeitun" Kommentar: "Irrwitz" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 7.5.2002

Graz (OTS) - Obwohl die Wiener Polizei ein Demonstrationsverbot
für den Heldenplatz angekündigt hat, geht das Wettrüsten für den 8. Mai weiter. Beide Seiten scheinen es auf eine Straßenschlacht ankommen zu lassen.

Die schlagenden Burschenschaften dünken sich furchtlos und tapfer, wenn sie allen Protesten zum Trotz an der Kranzniederlegung zum 57. Jahrestag der Kapitulation von Hitlers Wehrmacht festhalten. Zwar nicht unter Fackelschein, aber dafür irgendwann bei Tageslicht.

Man lasse sich das Recht dazu nicht nehmen, sagte der FPÖ-Abgeordnete Wolfgang Jung, der mit der Anmerkung, die Waffenstudenten hätten ein besonderes Verhältnis zum Bundesheer, auch noch dreist eine Brücke vom Nazi-Reich zur Republik Österreich schlug.

Gegen den braunen Spuk macht eine rot-grüne Abwehrfront mobil. Weit mehr aus gekünstelter denn aus gerechtfertigter Empörung: Die Opposition sieht die Gelegenheit, die Regierung in die rechtsextreme Ecke zu treiben. Die Mai-Reden auf dem Wiener Rathausplatz bestätigten den Verdacht, dass der "Sieg Heil!"-Zwischenruf kein Ausrutscher, sondern ein gezielter Wurf mit dem Farbbeutel war.

Der Irrwitz hat Methode. ****

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