AK Wien Vollversammlung: AK fordert Reform des Schul- und Hochschulwesens (4)

Anträge für verpflichtende Berufsorientierung in Schulen und Ablehnung des Universitätsgesetzes

Wien (AK) - Eine Reform des Schul- und Hochschulwesens fordert
die Vollversammlung der AK Wien. Eine verpflichtende Berufsorientierung sowie eine koedukative Werkerziehung und ein gemeinsamer Turnunterricht sollen in allen Mittelstufenschulen umgesetzt werden. Gefordert wird auch eine rasche Fortsetzung der Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf nach der 8. Schulstufe. Im Hochschulbereich wird der vorgelegte Entwurf für das Universitätsgesetz abgelehnt, außerdem fordert die AK Vollversammlung neuerlich die Abschaffung der Studiengebühren.****

Bedingt durch das Nachrücken schwächerer Geburtenjahrgänge und den ungebrochenen Zustrom in die AHS-Unterstufe verschärft sich die Problematik auf der Mittelstufe, viele Hauptschulstandorte sind von Schließungen bedroht. Daher sollen die Fächer Werkerziehung und Berufsorientierung die Jugendlichen in allen Mittelstufenformen besser auf die Arbeitswelt vorbereiten.
Die Fortsetzung der Integration von Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf nach der 8. Schulstufe soll vor allem verbesserte berufliche Qualifikationen vermitteln. Hier gilt es, für die besonderen Bedürfnisse dieser Jugendlichen verschiedene Ausbildungsmodelle anzubieten, von Polytechnischen Schulen, Berufsschulen bis zu Fachschulen.

Keine Unireform auf Kosten der Studierenden und Beschäftigten

Auch im Hochschulbereich fordert die AK Vollversammlung zukunftsweisende Reformen. Eine höhere Bildungsbeteiligung, mehr AbsolventInnen, eine Verkürzung der realen Studienzeiten und mehr Studiengänge für Berufstätige sollen dadurch erreicht werden. Der vom Bildungsministerium vorgelegte Entwurf für ein Universitätsgesetz wird abgelehnt. Das Uni-Gesetz sieht vor, die Macht der Universitätsspitze und des Ministeriums auf Kosten der Studierenden und Beschäftigten auszuweiten, so die AK Vollversammlung. Auch die Mitwirkungsmöglichkeiten von Arbeitnehmerinstitutionen, z.B. in Form von Begutachtungsrechten bei den Studienplänen, werden eingeschränkt. Eine derartige Vorgangsweise wird deshalb aus demokratiepolitischen Gründen abgelehnt. Die Vollversammlung spricht sich auch neuerlich gegen die Studiengebühren aus.

Aus- und Weiterbildung für alle ArbeitnehmerInnen

Die Arbeitsmarktentwicklung zeigt, dass ArbeitnehmerInnen mit geringen oder veralteten Qualifikationen besonders häufig von Arbeitslosigkeit betroffen sind und dass ihre Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt besonders schwierig ist. Diese ArbeitnehmerInnen werden auch generell schlechter entlohnt. Die AK Vollversammlung fordert daher Ausbildungsplätze für alle Jugendlichen. Dazu sollen für lehrstellensuchende Jugendliche Ersatzmaßnahmen in Form von Lehrlings-stiftungen wieder eingerichtet werden. Damit soll eine Ausbildung in zukunftsorientierten Lehrberufen wie EDV-Technik oder Medientechnik ermöglicht werden. Weiters sollen Gruppenlehrberufe mit erleichterten Übergängen zwischen den einzelnen Lehrberufen geschaffen werden (z.B. wer Bankkaufmann/frau gelernt hat, kann mit einer verkleinerten Prüfung zum Lehrberuf Versicherungskaufmann/frau wechseln). Dadurch ergeben sich auch größere Chancen am Arbeitsmarkt für die LehrabsolventInnen. All diese Maßnahmen erfordern auch eine dementsprechende Finanzierung. Die Vollversammlung der AK fordert eine Finanzierung der Lehrlingsausbildung über den Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nichtausbildenden Betrieben.

Die Vollversammlung der AK fordert darüberhinaus einstimmig einen gesetzlichen Anspruch auf 35 Stunden Weiterbildung pro Jahr während der bezahlten Arbeitszeit für alle ArbeitnehmerInnen. Damit sollen vor allem jene ArbeitnehmerInnen-Gruppen erreicht werden, die in der betrieblichen Weiterbildung benachteiligt sind und unterhalb von jährlich 35 Stunden liegen.

(Forts.)

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