FSG zu Lohnnebenkosten: Bei Kopf liegen die Nerven blank

FSG-Bundessekretärin Roswitha Bachner gibt dem Wirtschaftsbund Nachhilfeunterricht

Wien (FSG). "Erstens hat der ÖGB keine Kampagne zu den Lohnnebenkosten, sondern eine Informationsoffensive gestartet, zweitens müssen die Nerven blank liegen, wenn der Wirtschaftsbund den ÖGB als Lügner bezeichnet und drittens sollte der Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes, Karlheinz Kopf, Deutsch lernen, denn 'Intellegenz' schreibt man hier zu Lande noch immer mit 'i' wie Intelligenz", stellte die Bundessekretärin der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) im ÖGB, Roswitha Bachner, fest.++++

Die Milchmädchenrechnung, je weniger die menschliche Arbeit in Österreich mit Steuern und Abgaben belastet wird, desto mehr neue Arbeitsplätze können geschaffen werden, desto sicherer sind die bestehenden, desto mehr ausländische Unternehmen investieren in den Standort Österreich, stimmt leider nicht. Wenn die Rechnung wirklich so "simpel" wäre, wie das Kopf behauptet, dann müsste Bangladesh das Dorado aller Unternehmer sein. Denn dort beträgt das Pro-Kopf-Einkommen pro Tag nur knapp mehr als einen Dollar. Wenn Herr Kopf diese Meinung wirklich vertritt, dann steht ihm nichts im Wege sich als neuer Generalsekretär des Wirtschaftsbundes von Bangladesh zu bewerben.

Offensichtlich liegen beim Wirtschaftsbund die Nerven blank, wenn der ÖGB aufzeigt, welche negativen Folgen eine Senkung der Lohnnebenkosten für die ArbeitnehmerInnen haben würde. Besonders bei Herrn Kopf, der in die unterste Lade seines Repertoires greift und den ÖGB als "Lügner" bezeichnet. "Tatsache ist, dass eine Senkung der Lohnnebenkosten weniger Urlaubs- und Weihnachtsgeld, weniger Urlaub und bezahlte Feiertage und weniger Krankengeld, Pension, Kranken- und Unfallversicherung bedeutet", erläuterte Bachner. Eine Senkung der Lohnnebenkosten, wie sie derzeit von der Wirtschaft diskutiert wird, stellt die solidarische Finanzierung der Sozialleistungen in Frage. Weniger Abgaben bedeuten weniger sozialen Schutz in der Krankenversicherung, Pensions- und Arbeitslosenversicherung.

Dass die Finanzierung unseres sozialen Netzes durch die Lohnnebenkosten keinesfalls die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen negativ beeinflusst, ist auch Herrn Generalsekretär Kopf bekannt. "Einerseits wachsen seit zwei Jahrzehnten die Gewinneinkommen der Unternehmen wesentlich stärker als die Löhne und Gehälter, andererseits konnte die österreichische Wirtschaft den Marktanteil ihrer Exporte langfristig erhöhen", so Bachner.

Wenn für Herrn Kopf neue Arbeitsplätze nur geschaffen werden können, wenn die menschliche Arbeit in Österreich mit weniger Steuern und Abgaben belastet wird, dann findet er in Bangladesh gewiss ein reichhaltiges Betätigungsfeld. Gott behüte, dass dem Generalsekretär des Wirtschaftsbundes dort etwas passiert - denn ein Netz sozialer Sicherheit, das in Österreich gemeinsam von ArbeitnehmerInnen und Arbeitgebern finanziert wird, gibt es dort nicht.

Apropos Repertoire:
"Intellegenz" schreibt man hier zu Lande noch immer mit "i" wie "Intelligenz". Daran hat sich auch durch die neue Rechtschreibung nichts geändert und ist im Duden nachzulesen. (ew)

FSG, 6. Mai 2002
Nr. 34

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