MIT REIßVERSCHLUSS KEIN STAU

KfV warnt vor "Kardinalfehlern" im Reißverschluss-System

Wien (OTS) - Seit 19 Jahren ist er inzwischen Gesetz: der Reißverschluss. Leider funktioniert das System im Straßenverkehr, das Staus an Engstellen - die meist durch Baustellen hervorgerufen sind -vermeiden hilft, nicht immer ähnlich reibungslos wie sein Namensgeber der Textilbranche. Häufig fehlts am mangelnden Kommunikationsverhalten der Autofahrer, aber auch ganz einfach an der Angst nicht mehr rechtzeitig den "Absprung" zu schaffen und in die Spur gelassen zu werden. Dabei wäre alles so einfach: "Der Sinn des Reißverschluss-Systems liegt darin, dass beide Spuren optimal ausgenutzt werden können und zwar bis an den Punkt, wo beide zusammenkommen. Es kommt vor allem auf wechselseitige Rücksichtnahme und partnerschaftliches Verhalten im Straßenverkehr an. Halten Sie Blickkontakt zu den anderen Kfz-Lenkern, anstatt ihnen die sprichwörtlichen Zähne zu zeigen", appelliert Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), an die Einsicht der Straßenverkehrsteilnehmer.

Einordnen lassen!

Eine Irrmeinung ist, dass jene Benützer, die auf der endenden Spur nach vorne fahren um sich einzureihen, als "Drängler" gelten und von Autofahrern der weiterführenden Spur sogar am Einordnen gehindert werden. Dabei wird das Reißverschluss-System durch diese Vorgehensweise erst korrekt praktiziert. Laut KfV-Experten sollte in der Praxis auf beiden Fahrstreifen mit angepasster und annähernd gleicher Geschwindigkeit gefahren werden. Damit Staus und Auffahrunfälle verhindert werden, müssen Lücken, die das Einfädeln ermöglichen, freigehalten werden.

Mit Toleranz schneller vorwärts

Allerdings gibt es inzwischen einen positiven Trend, zeigt sich KfV-Psychologe Dr. Werner Klemenjak optimistisch: "Die Leute lernen dazu. Verstärkte Information, wie Ankündigungstafeln und die täglichen Erfahrungen steigern die Bereitschaft zum ‚Nachgeben'. In anderen - vor allem südlichen - Ländern funktioniert das Reißverschluss-System zwar besser als hierzulande, gegenseitige Kommunikation und mehr Toleranz im Straßenverkehr ist aber auch in Österreich im Vormarsch. Letztendlich kommen die Benutzer beider Spuren besser voran."

Die Unfallbilanz der Vorwoche: 15 Todesopfer in der vergangenen Woche, davon 5 zum Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 7 PKW-Insassen (davon 6 Lenker), 2 Motorrad-Lenker, 1 Moped-Lenker, 2 Traktor-Lenker, 1 Radfahrer, 1 Fußgänger und 1 Lenker eines Leichtkraftfahrzeuges (Microcar) ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (7), Überholen (2), Unachtsamkeit (1), Herzversagen (1) und Fahrfehler (1) festgestellt werden. Bei 3 Verkehrsunfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 1 Fußgänger und 1 Radfahrer kamen durch Fremdverschulden ums Leben. Alkoholisierung war bei einem Verkehrsunfall Mitursache. 10 der 15 Verkehrsunfälle waren sogenannte Alleinunfälle. 2 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet.

Vom 1. Jänner bis zum 5. Mai dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 239 Verkehrstote, (30-Tages-Fristabgrenzung bis Ende März berücksichtigt), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 260 Menschen tödlich.

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