New Economy: Ruf nach verbindlichen Standards wird immer lauter

Veranstaltung der GPA-Interessengemeinschaft work@IT über Perspektiven der New Economy

Wien (GPA/ÖGB). Mit der Veranstaltung "New Economy - quo vadis?" im Linzer Ars Electronica Center setzt die GPA-Interessengemeinschaft work@IT eine Initiative für eine breitere Diskussion über notwendige Standards und Schutznormen für IT-Beschäftigte.++++

Work@IT ist eine von inzwischen sechs GPA-Interessengemeinschaften, die über Branchengrenzen hinweg versuchen, gemeinsame Vertretungs- und Serviceangebote für Arbeitnehmer mit ähnlicher Arbeitssituation zu entwickeln. "Die bisherige Resonanz und die Beteiligung an den Interessengemeinschaften haben den Bedarf an dieser neuen gewerkschaftlichen Organisations- und Servicestruktur absolut bestätigt", erklärt die stv. Geschäftbereichsleiterin Claudia Kral-Bast anlässlich der heutigen Veranstaltung. Gerade die jüngsten Entwicklungen im IT-Bereich haben den Bedarf nach gemeinsamen Schutznormen und Standards enorm gesteigert, so Kral-Bast. Für work@IT sind die Einkommensentwicklung, die Aus- und Weiterbildung, die Arbeitszeitgestaltung und die Chancengleichheit von Frauen und Männern zentrale Anliegen.

"Der Druck von Beschäftigten und Betriebsräten aus dem Bereich der New Economy, kollektivvertraglich verbindliche Standards abzusichern, wird von Tag zu Tag größer", betont der Geschäftsbereichsleiter der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Karl Proyer, anlässlich der Veranstaltung in Linz. "Die GPA hat mit dem Abschluss eines IT-Kollektivvertrages, der für 20.000 Beschäftigte Gültigkeit hat, vor zwei Jahren einen wichtigen Meilenstein zur rechtlichen Absicherung der Arbeitsbedingungen in den IT-Unternehmen gesetzt. Längst sind die Unternehmen der New Economy in Österreich keine gewerkschaftsfreien Zonen. Die krisenhaften Erscheinungen der vergangenen Jahre haben den Trend zu gewerkschaftlicher Organisierung noch verstärkt. Ständig kommen neue Betriebsratskörperschaften hinzu. Inzwischen zählt der Bereich über 100 Betriebsratskörperschaften", so Proyer.

Als eine der wichtigsten Herausforderungen für die Kollektivvertragsverhandlungen sieht Proyer die Sicherung einer Gehaltsentwicklung. Bislang wurden nur die kollektivvertraglichen Mindestgehälter angehoben. Dabei seien auch Modelle von Gewinnbeteiligungsregeln vorstellbar, so der GPA-Verhandlungsleiter.

"Beim Thema Arbeitszeit geht es wie in jeder Branche um einen Ausgleich der Bedürfnisse von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Die im bestehenden Kollektivvertrag festgelegten Normen werden diesem Interessenausgleich derzeit gerecht", betont Proyer. Strikt zurückzuweisen seien alle Versuche der Politik, per Gesetz in die Arbeitszeitgestaltung einzugreifen, wie dies Minister Bartenstein schon wiederholt versucht hat. "Eine Reihe von Untersuchungen in der IT-Branche beweisen, dass die Mehrheit der Beschäftigten ein massives Interesse an arbeitszeitlichen Mindestnormen hat. Der allzeit verfügbare IT-worker, der keinerlei Normen unterworfen sein will, ist längst als Mythos entlarvt. Auch in der IT-Branche setzt sich zunehmend ein Denken durch, dass nicht die Länge der Arbeitszeit, sondern die Effizienz, die durch ein entsprechendes Arbeitszeitmanagement gesichert wird, die relevante Größe für Produktivität darstellt.”

"Nicht zuletzt aufgrund der rasanten technologischen Entwicklung des Sektors ist die Aus- und Weiterbildung für die Perspektiven der Beschäftigten ein immer zentralerer Faktor. Diesbezüglich wurden im Vorjahr anlässlich der KV-Verhandlungen weitere Gespräche über die Implementierung verbindlicher Normen im Kollektivvertrag vereinbart", so Proyer abschließend.

ÖGB, 6. Mai 2002
Nr. 409

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