SCHWEITZER: Franzosen stimmten nicht für Chirac, sondern gegen Le Pen

Chirac muß jetzt die Lehren aus den beiden Wahlgängen ziehen

Wien, 2002-05-06 (fpd) - Als "wenig überraschend" bezeichnete FPÖ-Generalsekretär Mag. Karl Schweitzer das Ergebnis der französischen Präsidentschaftswahlen. ****

Es sei zu hoffen, daß Chirac nun nicht versuche, die Wählerstimmen für sich zu vereinnahmen. Von den 82 Prozent hätten mindestens 60 Prozent nicht für Chirac gestimmt, sondern gegen Le Pen, betonte Schweitzer.

Eine der wesentlichen Lehren, die Chirac und das französische politische Establishment aus den beiden Wahlgängen ziehen müßten, sei, sich mehr mit den Problemen im eigenen Land auseinanderzusetzen. Chirac sollte jetzt die Gelegenheit nutzen, sich an anderen Ländern wie Österreich ein Beispiel zu nehmen, wie man verantwortungsvolle Politik für die Bevölkerung mache, insbesondere in den Bereichen der Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik, sagte Schweitzer. Dadurch verhindere man auch das Aufkommen radikaler Strömungen. Im Gegensatz zu Frankreich und auch Deutschland gebe es in Österreich nämlich keinen Rechtsextremismus.

Insgesamt zeigte sich Schweitzer erleichtert, daß das französische Volk Le Pen eine klare Absage erteilt habe. Frankreich werde aber trotzdem nicht darum herumkommen, sich mehr mit seiner eigenen Geschichte zu befassen und sie aufzuarbeiten. Denn Le Pen befinde sich in einer direkten Traditionslinie des Vichy-Regimes und der Vorläufer, die dieses geistig vorbereitet hätten, wie etwa die Action francaise. (Schluß)

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