ÖGB fordert sozialrechtliche Absicherung für Sanitäter

Verzetnitsch: "Dem Sanitätergesetz müssen weitere Schritte folgen"

Wien (ÖGB). "Das neue Sanitätergesetz bringt Vorteile für die PatientInnen und für alle SanitäterInnen, die nun erstmals über eine klare Regelung ihrer Kompetenzen und eine bessere Ausbildung verfügen", betonte ÖGB-Präsident Verzetnitsch heute, Samstag, am Sanitäterfest der Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr (HTV). Dennoch sei es mit dem Gesetz noch nicht getan, so Verzetnitsch. "Nun müssen weitere Schritte folgen, um den SanitäterInnen auch eine sozialrechtliche Absicherung zu ermöglichen."++++

Die Gewerkschaft begrüßt das neue Gesetz, mit dem nun auch SanitäterInnen notwendige Schritte am Unfallort, wie das Setzen einer endotrachealen Intubation, durchführen können. "Dadurch können die Weichen für das Überleben oder die rasche Rehabilitation der PatientInnen auch ohne Anwesenheit eines Arztes am Unfallort gestellt werden", erklärte Verzetnitsch. "Die Gesellschaft braucht die SanitäterInnen. Wir dürfen sie nun unsererseits nicht im Stich lassen und drängen daher weiterhin auf die Schaffung eines anerkannten Berufsbildes für diese wichtigen sozialen Dienste", so der ÖGB-Präsident.

Die Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr habe sich bereits seit zehn Jahren für die Schaffung eines neuen Sanitätergesetzes eingesetzt, so der Vorsitzende Willibald Steinkellner. "Es ist ein enormer Erfolg unserer Bemühungen, dass nun erstmals eine einheitliche Ausbildung geschaffen wurde. Dennoch braucht es weitere Maßnahmen, um die Situation der SanitäterInnen zu verbessern", so Steinkellner. Im Namen der Gewerkschaft, der Betroffenen und der Tausenden PatientInnen forderte Steinkellner Minister Haupt auf, die Forderungen der Gewerkschaft umzusetzen.

Die Forderungen der Gewerkschaft HTV:

o die Schaffung eines eigenen Berufes und eines anerkannten Berufsbildes,

o die sozialrechtliche Absicherung der SanitäterInnen,

o die gleichwertige standardisierte notfallmedizinische Versorgung für alle Notfallpatienten im gesamten Bundesgebiet,

o die beständige Weiterentwicklung der neugeschaffenen Ausbildung und Anpassung an die moderne Medizin,

o die langfristige Neugestaltung einer praxisorientierten dreijährigen Ausbildung des Sanitätspersonals im Notfallrettungsdienst mit Orientierung an internationalen Standards -ähnlich der Ausbildung zum diplomierten Krankenpflegepersonal,

o die Einführung einer Qualitätssicherung im Rettungs- und qualifizierten Krankentransportdienst.(tb)

ÖGB, 4. Mai 2002
Nr.403

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