Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Hilfe, da wird geholfen!

Ausgabe vom 5. Mai 2002 Klagenfurt (OTS) - Hilfe, da wird geholfen! - Dass der Obmann der Kärntner Freiheitlichen in einer Aussendung zwischen "Ausländern" und "Mitmenschen" unterscheidet, mag ja auf die jeder peinlichen Gesinnung innewohnende Vermummungsverweigerung zurückzuführen sein. Unvermummt postuliert er "Kärnten zuerst" und beantragt im Landtag die finanzielle Umschichtung des letzten entwicklungspolitischen Feigenblattes zur Abdeckung der bodenständigen Schamlosigkeit. Das es auch Kärnten gut anstünde, wenigstens einen symbolischen Beitrag im Sinne einer längst globalisierten Bringschuld zu leisten und sich nicht aus der menschlichen Verantwortung abzukoppeln, ist der Bevölkerung sehr wohl bewußt. Sie hat sich noch nie, wenn Not zum Handeln zwang, auseinander dividieren lassen. Sich der Not der anderen zu verschließen, wie es FP-Chef Strutz dem Land verordnen will, ist kein Kärntner Wesenszug. Wenn sogar gleichzeitig der Landeshauptmann seine außereuropäischen Reisen, wie unlängst in den Irak und jetzt nach New York, unter beträchtlichen Spesenaufwand humanitär vermummt, dann weiß er zumindest besser als Strutz, was einige Leute hören wollen. Ja, er schlägt sogar aus der außerkärntnerischen Hilfeleistung unter genötigter Mitwirkung Dutzender Waisenkinder politisches Kleingeld. Gemeinsam ist Strutz und Haider jedoch, dass selbst die fragwürdigste Hilfeleistung und fragwürdigste Hilfeverweigerung nichts mit der Not der Menschen zu tun hat, sondern lediglich mit der eigenen Zurschaustellung von Peinlichkeit.

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