DER STANDARD-Bericht: "Grasser hat den schärfsten Blick in die Zukunft - Umfrage: Der Finanzminister strahlt Zuversicht und Kompetenz aus - damit liegt er vor dem Kanzler"

Erscheinungstag 4.5.2002

Wien (OTS) - Kein Politiker ist so profiliert wie Finanzminister Karl-Heinz Grasser - und keiner verfügt so wie er über die von den Österreichern als am wichtigsten erachtete Eigenschaft eines Politikers, nämlich "eine klare Vorstellung, wie die Zukunft des Landes aussehen sollte". In diesem Punkt schlägt Grasser den Bundeskanzler Wolfgang Schüssel um ganze 14 Prozentpunkte.

Das geht aus einer Umfrage des Linzer market-Instituts für den Standard hervor. Eine andere Umfrage desselben Instituts belegt: Die Österreicher trauen nicht nur Grasser ein scharfes Bild von der Zukunft des Landes zu - sie haben selbst auch von Grasser das schärfste Bild von allen Regierungspolitikern. Grasser gilt auch als einer der ehrgeizigsten Politiker Österreichs: 60 Prozent sehen ihn als besonders ehrgeizig an - damit liegt er in diesem Punkt knapp hinter Susanne Riess-Passer (65) und vor Peter Westenthaler (56) und Wolfgang Schüssel.

market-Studienleiter David Pfarrhofer: "Grasser hat die besten Werte, wenn es darum geht, wer Zuversicht und Erfolg ausstrahlt, zudem wirkt er fachlich kompetent und entschlussfreudig - alles Dinge, in denen er, zumindest in den Augen der Bevölkerung, die anderen Politiker aussticht."

der Standard ließ verschiedene Eigenschaften abfragen, welche von einem Politiker erwartet werden könnten - dabei wird der klare Blick auf die Zukunft noch stärker gewünscht, als dass er gut zuhören kann. Es sind vor allem ÖVP-Wähler, die dieser weicheren Kategorie der Politikbetrachtung besonderes Augenmerk schenken.

Traditionelle Werte wie "hat ein harmonisches Familienleben" sind nur mehr ein Minderheitenprogramm. Nicht einmal unter den konservativen Wählern sind sie noch sonderlich gefragt. Ganz unterschiedlich bewertet wird, ob ein Politiker vom politischen Gegner anerkannt wird: Dies ist vor allem den ÖVP-Anhängern wichtig, es entspricht aber auch in besonders hohem Maße den Vorstellungen von Jungwählern. Freiheitlichen (aber auch Grünen) ist das weniger wichtig.

Das langjährige FPÖ-Lieblingsthema, dass ein Politiker auf hohes Einkommen verzichten solle, wird nur noch von jedem zweiten Freiheitlichen hochgehalten, in anderen Bevölkerungsgruppen rangiert es eher unter "ferner liefen" oder "unwichtig". Anders als der Durchschnitt reagieren FPÖ-Wähler, wenn es um politische Erfahrung geht - sie ist ihnen auffallend weniger wichtig als anderen Bevölkerungsgruppen.

Die zweite Grafik zeigt, dass klare Zukunftsvorstellungen vor allem Regierungspolitikern zugetraut werden.

Alfred Gusenbauer, dem Chef der mit rund 36 Prozent immer noch stärksten Partei Österreichs, wird nur von 30 Prozent der Österreicher eine klare Vorstellung von der Zukunft des Landes zugetraut - 52 Prozent aber trauen ihm das nicht zu. Damit liegt der SPÖ-Chef auf dem gleichen Niveau wie der wesentlich umstrittenere Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider.

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