Lemler: Gewerbereform eröffnet Handel neue Marktchancen!

Handel wird es ermöglicht, flexibler auf Kundenwünsche zu reagieren

Wien (PWK316) - Mit der jüngst im Ministerrat beschlossenen Novelle zur Gewerbeordnung wurden zwar nicht alle Wünsche des Handels erfüllt, wir können diesem Kompromiss aber einige positive Aspekte abgewinnen. Insbesondere die Ausweitung der Nebenrechte eröffnet dem österreichischen Handel eine Reihe neuer Marktchancen und führt im Sinne der Konsumenten zu einer Vereinfachung und zu mehr Überschaubarkeit”, betonte heute, Freitag, der Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich, Erich Lemler. Händler können in Zukunft Teilgewerbe als Nebenrechte ausüben und Gesamtaufträge als Generalunternehmer übernehmen. Damit werde dem Wunsch des Konsumenten nach "Leistungen aus einer Hand” und dem Anliegen der Unternehmer zur Ausweitung ihrer Geschäftsmöglichkeiten entsprochen, so Lemler.

Als Beispiele nannte der Bundesspartenobmann die Montage, die für den gesamten Handel ausgeweitet werde. Durch die Gewerbeordnung neu werde nun u.a. die Montage von Fenstern und Türen, sanitären Anlagen, Sportgeräten, Toren und Sonnenschutzelementen umfassend ermöglicht. "Damit fallen für unsere Betriebe die Einschränkungen weg, die früher in einem Eingriff in Kerntätigkeiten von Handwerken bestanden haben”, so Lemler.

Für Händler wird es möglich, als Generalunternehmer aufzutreten, wenn ein wichtiger Teil des Auftrages dem Handelsgewerbe zukommt. Arbeiten, für deren Ausführung der Händler keine Gewerbeberechtigung besitzt, müssen jedoch durch befugte Gewerbetreibende ausgeführt werden. Somit werde es beispielsweise möglich, dass ein Sanitärwarenhändler den Gesamtauftrag "Verkauf einer Badewanne samt Montage und Rohrverlegung” übernehmen könne, wenn er sich für die Rohrverlegung eines Installateurs bediene und sein Handels-Schwerpunkt gewahrt bleibt.

"In Zukunft können unsere Betriebe Teilgewerbe ausüben. Möbelhändler dürfen etwa Möbelbausätze zusammenbauen, Textilhändler als Änderungsschneider auftreten. Damit fallen für die Handelstreibenden bisher oftmals hinderliche Barrieren weg”, so Lemler. Dass künftig der Lebensmittelhandel alle Speisen in einfacher Art verabreichen darf und die "bizarre Abgrenzung” der Verabreichungs-Befugnisse fallengelassen wird, schlage in die selbe Kerbe. "Der Unterschied zwischen Fleischlaibchen und Sojalaibchen oder aber zwischen Kartoffelsalat und einer Kartoffel als Beilage war für den Handelstreibenden bisher nur sehr schwer nachzuvollziehen. Damit wurde aber jetzt aufgeräumt”, freut sich der Obmann.

Lemler hätte sich gewünscht, den Befähigungsnachweis für den Handel zu erhalten. "Die Lösung im Neugründungsförderungsgesetz ist jedoch ein tragbarer Kompromiss”, so Lemler. Will ein angehender Händler nämlich in Zukunft die Förderungen für Neugründer in Anspruch nehmen, muss er dafür ein Minimum an kaufmännischen Kenntnissen nachweisen. "Jeder, der einen Handel betreiben will, ist jedoch gut beraten, sich mit dem kaufmännischen Einmaleins vertraut zu machen,” ist Lemler überzeugt. "Auch wenn der Handel in Zukunft ein freies Gewerbe ist, ändert das nichts daran, dass eine kaufmännische Qualifikation in der Praxis eine wichtige Voraussetzung dafür sein wird, am Markt zu bestehen.”

In Bezug auf die Lehrlingsausbildung merkte Lemler an, dass die Reform der Gewerbeordnung hier zu keiner Verschlechterung führe: "Wir stehen zu einer Lehrlingsausbildung mit Qualität. Daher können nur jene Betriebe Lehrlinge ausbilden, die auch die Ausbildnerprüfung abgelegt haben.” Behauptungen, die in eine gegensätzliche Richtung zielten, seien strikt zurückzuweisen, schloss der Handelsobmann. (us)

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