Brauner zu Schüssels "Job-Offensive": "Handeln statt reden!"

"Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und mehr Qualitätsmaßnahmen in der frauenspezifischen Arbeitsmarktpolitik"

Wien, (OTS) "Wenn die Bundesregierung ihre Absicht, die Frauenerwerbsquote zu erhöhen ernst meint, muss sie sofort eine Änderung ihrer Frauenpolitik vornehmen", reagierte Wiens Frauenstadträtin Renate Brauner heute auf die Ankündigung einer "Job-Offensive" für Frauen durch Bundeskanzler Wolfgang Schüssel in der gestrigen ZIB 1. "Denn die Kindergartenmilliarde und die Bildungskarenz wurden gestrichen. Gleichzeitig wurde ohne ausreichende Unterstützung des Wiedereinstiegs in den Arbeitsmarkt das Kinderbetreuungsgeld eingeführt. Das alles sind Maßnahmen, die sich gegen die Frauen richten, statt ihnen mehr Eigenständigkeit und Entscheidungsfreiheit zu ermöglichen", so Brauner.****

Das zentrale Kriterium für eine Erhöhung der Frauenerwerbsquote sei die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Mütter und Väter -gerade da beginne es sich jedoch mit dem reaktionären Familienbild von FPÖVP zu spießen. Außerdem sei es verlogen, von Jobchancen für Frauen zu sprechen, während trotz steigender Arbeitslosigkeit arbeitsmarktpolitische Mittel zugunsten des Nulldefizits abgeschöpft würden. Brauner forderte die Bundesregierung auf, die Rücklagen des AMS sofort für jene Bevölkerungsgruppen zu verwenden, denen sie zustünden.

Wien hat mit 71,6 Prozent die höchste Erwerbsquote in Österreich. Der Abdeckungsgrad mit Kinderbetreuungseinrichtungen beträgt 48 Prozent bei den 0 bis 3-jährigen und 98 Prozent bei den 3 bis 6-jährigen. "Das Wiener Erfolgsrezept ist die Schaffung von Rahmenbedingungen, die Frauen eine berufliche Eigenständigkeit sowie Aufstiegschancen überhaupt erst ermöglichen. Dazu gehören neben Kinderbetreuungseinrichtungen mit flexiblen Öffnungszeiten auch Teilzeitarbeit für Führungskräfte oder Weiterbildungsmaßnahmen für MitarbeiterInnen, die gerade in Karenz sind.

Die Stadt Wien gibt mit 4,43 Millionen Euro fast doppelt so viel allein für Frauenberatungseinrichtungen aus, als der Bund mit 2,98 Millionen Euro für ganz Österreich. Mit zahlreichen Initiativen für Mädchen und Frauen wird in Wien eine Ausbildungs- oder Berufswahl abseits "typisch" weiblicher Berufsfelder unterstützt. Mit der Abhaltung der internationalen ITech Women-Konferenz wurde im vergangenen Herbst der Startschuss für eine intensive Auseinandersetzung mit der bisher männlich dominierten IKT-Branche begonnen. Das Role Model-Projekt jobs4girls bietet auf einer Website 200 weibliche Karrieren als Vorbilder für Mädchen in der Berufsfindungsphase. Der 1. Wiener Töchtertag fand am 25. April als sehr erfolgreicher Pilotversuch mit der Siemens AG statt und soll bereits im kommenden Jahr auf ganz Wien ausgeweitet werden. "Frauen und Mädchen müssen gleiche Chancen am Arbeitsmarkt, bei Einkommen und Aufstiegsmöglichkeiten haben, davon profitieren alle - auch die österreichischen Unternehmen", sagte Brauner abschließend. (Schluss) hk

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