Cartellverband für Reform der Universitäten

ÖCV-Präsident Zeilinger: "Durch konstruktive Gespräche mit Ministerium fanden bereits viele Anliegen Berücksichtigung"

Wien (OTS) - "Eines steht außer Zweifel - Reform ist notwendig", bringt Anton F. Zeilinger, Präsident des Österreichischen Cartellverbandes (ÖCV), den Standpunkt seines Verbandes zur geplanten Universitätsreform auf den Punkt. "Zu wenig Geld für Forschung und Lehre, überfüllte Hörsäle wohin man blickt, überbordende Bürokratie", stellt Zeilinger begründete Fragen.

ÖCV: Entwurf zum UG 2002 grundsätzlich positiv

Obwohl der vorliegende Begutachtungsentwurf zur Reform der österreichischen Universitäten in einzelnen Punkten Nachbesserungsbedarf erfordert, wird er vom Österreichischen Cartellverband grundsätzlich als notwendig und zukunftsorientiert erachtet.

ÖCV-Präsident Zeilinger: "Ziel muss es sein, ein Gesetz zu etablieren, dass die Universitäten sowohl in qualitativer, wie auch finanzieller und verwaltungstechnischer Hinsicht an die internationale Spitze heranführt."

ÖH-Führung rücktrittsreif

Im Gegensatz zur derzeitigen ÖH-Führung setzt der ÖCV, der mit rund 13.000 Mitgliedern der größte österreichische Studenten- und Akademikerverband ist, auf Verhandlungen mit dem Bildungsministerium. "Die konzeptlose ÖH-Führung ist anscheinend den derzeitigen Aufgaben nicht gewachsen. Sie ist mit der Organisation von Demonstrationen derart überfordert, dass es ihr unmöglich ist, die notwendigen Verhandlungen mit dem Ministerium zu führen, um so das Beste für die Studierenden herauszuholen. Ideologische Geplänkel sind anscheinend wichtiger als die Interessen der Studierenden. Wenn die ÖH-Führung diese wichtige Aufgabe nicht wahrnehmen kann, dann ist die Zeit eigentlich reif für den Rücktritt", bringt Zeilinger die Position des ÖCV auf den Punkt.

Universitätsrat: Keine Scheinautonomie

In konstruktiven Diskussionen mit der Bildungsministerin konnten zahlreiche Bedenken des Cartellverbandes ausgeräumt werden. "Bestand anfangs die Befürchtung, dass es zu einer Dominaz des Ministeriums im Universitätsrat kommen wird, so soll nun das 5. Mitglied von der Universität vorgeschlagen und bestellt werden", zeigt sich Univ. Prof. Norbert Vana, Mitglied des ÖCV-Vorstandes, mit den neuesten Entwicklungen zufrieden. Vana: "Wichtig war uns auch, dass dem Universitätsrat keine umfrangreichen operativen Aufgaben zufallen. Die vorgestellte strategische Leitung wird daher vom ÖCV begrüßt."

Weiterhin Leitungsfunktionen für den Mittelbau

Keine Schlechterstellungen hätte der ÖCV beim Mittelbau - konkret bei den a.o. Professoren akzeptiert. "Zugesagt wurde uns: Die Formulierungen im Begutachtungsentwurf werden konkretisiert. Dem habilitierten Mittelbau sollen Leitungsfunktionen weiterhin zugänglich sein und seine Lehrmöglichkeiten werden nicht eingeschränkt", zeigt sich Vana mit dem bisherigen Verhandlungsstand sehr zuversichtlich. Und Vana spricht sich auch dafür aus, diesen Leitungsanspruch in Einzelfällen auch auf Institutsleitungen auszuweiten. Ein gesunder Mittelbau ist für den ÖCV die Basis für funktionierende Universitäten. "Deswegen ist uns auch ein entsprechendes Sicherheitsnetz - etwa in Form von Karenzierungen -wichtig, um eine Weiterbildung des Mittelbaus zu sichern", spricht Vana das geplante Impulsprogramm des Bildungsministeriums für a.o. Professoren an.

Keine Beschneidung der Rechte von Studierenden

Negativ äußerte sich der ÖCV in seiner Stellungnahme zu einer drohenden Beschneidung der Rechte von Studierenden. "Hier ist nun positiv anzumerken, daß auch im Senat der Anteil der Studentenvertretung bei 25% bleibt", spricht ÖCV-Präsident Zeilinger die studentische Mitbestimmung an. "Wir bleiben aber bei unseren Forderungen: Drei Wiederholungsmöglichkeiten pro Prüfung und drei Antrittsmöglichkeiten pro Semester. Wie soll denn sonst zeitgerecht studiert werden können." Die Prüfungsantritte und -termine sollten ja laut Entwurf reduziert werden.

Evaluierung - aber bitte konsequent

Wird auch die Beurteilung von Professoren und Lehrveranstaltungen künftig mit Konsequenzen verknüpft, so sieht sich der ÖCV auch in einem weiteren Anliegen durch die Bildungsministerin unterstützt. Zeilinger: "Die Ergebnisse müssen veröffentlicht werden und mit Konsequenzen verknüpft werden, sonst nützt die Übung ja gar nichts." Auch hier erhielt der ÖCV positive Signale auf Umsetzung aus dem Ministerium. Bei der Verwendung der Studiengebühren möchte der ÖCV ein Mitspracherecht jedes einzelnen Studierenden. Zeilinger: "Am Zahlschein soll jeder den Verwendungszweck ankreuzen können."

ÖCV-Präsident Anton Zeilinger abschließend: "Zu Reformen braucht man Verhandlungsbereitschaft. Der ÖCV hat diese Verhandlungsbereitschaft bei der zuständigen Ministerin gefunden und ist guten Mutes in seinen Anliegen auf Verständnis und Unterstützung gestoßen zu sein. Wir haben durch die Verhandlungen mehr erreicht als andere die nur Gespräche verweigern. Die Haltung der ÖH ist derzeit genau kontraproduktiv."

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Dr. Alexander Biach
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