Schweitzer: EU-Kommissar Fischler soll sich für finanzielle Abgeltung Temelins durch die EU stark machen

Wien, 2002-05-03 (fpd) - Temelin sei nicht nur gefährlich, sondern auch unrentabel und werde die europäische Stromwirtschaft und die Endverbraucher belasten, erklärte heute der freiheitliche Generalsekretär Mag. Karl Schweitzer. Die Betreiber des AKW Temelin würden sicherlich versuchen, so Schweitzer, nach dem EU-Beitritt Tschechiens die Fehlinvestition AKW Temelin als sogenannte "stranded costs" auf die Endverbraucher überzuwälzen. ****

Mit jedem Tag, an dem das AKW laufe, so Schweitzer, würden sich diese Kosten erhöhen. Es müßten daher Überlegungen getroffen werden, den Tschechen den Ausstieg aus Temelin wesentlich zu erleichtern. "Dazu wäre es zielführend, wenn die EU-15 die noch ausständigen Auslandskredite in der geschätzten Höhe von rund 363 Mio. Euro übernehmen", schlug Schweitzer vor. Diese Möglichkeit bestünde insbesondere dann, wenn die Zielsetzung des EURATOM-Vertrages nicht mehr die friedliche Nutzung der Kernenergie, sondern die Entwicklung von Ausstiegsstrategien wäre und diese aus EURATOM-Mitteln finanziert werden müßten. Genau in dieser Frage sei nun EU-Kommissar Fischler gefordert, die Interessen Österreichs deutlich zu vertreten und endlich eine Initiative zur Schließung des AKW Temelin zu beginnen.

Über den Ausbau von Energiepartnerschaften mit der Tschechischen Republik könne Österreich einen wesentlichen Beitrag leisten, der auch in finanzieller Hinsicht den Tschechen einen Ausstieg aus Temelin erleichtern würde, meinte Schweitzer, der sich dabei auf bereits vorhandene Studien der EVA (Energieverwertungsagentur) bezog, die solche Möglichkeiten belegen würden. (Schluß)

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