Landtagsenquete zur Verantwortung in der Gentechnologie

Namhafte Experten liefern Grundlagen für politische Entscheidungsträger

Bregenz (VLK) - Nach der Informationstechnologie bilden Biowissenschaften und Biotechnologie nach allgemeiner
Einschätzung die nächste Phase der wissensbasierten
Wirtschaft. Sie werden neue Möglichkeiten für
Gesellschaften und Volkswirtschaften eröffnen. Sie werfen
aber auch wichtige politische und gesellschaftliche Fragen
auf und haben eine breite öffentliche Debatte ausgelöst.
Unter Einbeziehung namhafter Experten will der Vorarlberger
Landtag mit einer Enquete am Mittwoch, 25. September 2002,
14.00 Uhr, im Montfortsaal des Landhauses in Bregenz, die politischen Entscheidungsträger über diesen brisanten gesellschaftspolitischen Bereich informieren. ****

Der medizinische Fortschritt in der Stammzellen- und Embryonenforschung und der damit verbundene Präimplantationsdiagnostik ist unübersehbar. Er lässt den Menschen in einem Spannungsfeld zwischen hoch gesteckten
Erwartungen an neue Therapien für derzeit noch unheilbare Erkrankungen und Behinderungen einerseits und der rechtlich geschützten Integrität des Einzelnen und Würde des Menschen andererseits zurück. Die Öffentlichkeit wird ständig mit
neuen Erkenntnissen konfrontiert, deren Chancen und Risken
für die Zukunft kaum abschätzbar sind.

Unter dem Titel "Jeder Mensch ist gleich viel wert! -
Ist jeder Mensch gleich viel wert?" wird sich der
Vorarlberger Landtag in einer Enquete mit dieser Thematik auseinander setzen, um den politischen Entscheidungsträgern
eine fundierte Diskussionsbasis zu bieten. Nachgegangen
wird dabei den Fragen nach der medizinischen Forschung und
Ethik, was die Medizin in Zukunft können wird und was sie
dürfen soll sowie den Erwartungen und Befürchtungen, den
Chancen und Risken der rasanten Entwicklung in der
Gentechnologie.

Die demokratischen Gesellschaften sollten die
notwendigen Sicherungen und Dialogkanäle schaffen, damit
die Entwicklung und Nutzung der Biowissenschaften und
Biotechnologie unter der Wahrung der Grundrechte ablaufen
kann. Dazu soll unter anderem diese Enquete dienen. Der
Landtag will dabei nicht nur die medizinische,
wissenschaftliche und ethische Seite beleuchten, sondern
auch Erfahrungen Betroffener mit einbeziehen.

LTP Dörler: Die Politik ist gefordert

Landtagspräsident Dörler: "Die umfassenden und tief
greifenden Auswirkungen im Bereich der Biotechnologie
erfordern eine politische Reaktion. So positiv einerseits
die Anwendung gentechnischer Verfahren in der Medizin zu
bewerten ist, so entschieden sind andererseits
Fehlentwicklungen wie die Klonierung von Menschen
abzulehnen. Hier sind die politischen Entscheidungsträger gefordert, entsprechende Barrieren zu setzen. Mit der
Enquete will der Vorarlberger Landtag die verschiedenen
Sichtweisen auf zeigen und zu einer offenen Diskussion und Meinungsfindung beitragen."

Als Referenten konnten gewonnen werden:

-Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber, Theologe und Mediziner, Vorsitzender der Bioethikkommission, Vorstand des Instituts
für Endokrinologie und Sterilitätsbehandlung. Huber wird
die wesentlichen medizinischen Begriffe erörtern, die zum Verständnis der Grundproblematik nötig sind und aus seiner langjährigen Erfahrung aus Sicht des Arztes seine
Einschätzung über den derzeitigen Stand der Forschung und
die Auswirkungen auf Österreich darstellen.

-Univ.-Prof. Dr. Günther Pöltner, Philosoph, Mitglied der Bioethikkommission, Vorstand des Instituts für Philosophie
der Universität Wien. Pöltner beleuchtet den ethischen
Aspekt im Hinblick auf die Menschenwürde und die moralische Verpflichtung, die sich daraus ergibt.

-Univ.-Prof. Dr. Holger Baumgartner, Pharmakologe, Mitglied
der Bioethikkommission, Leiter der Ethikkommission der
Medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck.
Baumgartner wird die Erwartungen der Pharmakologie und der Pharmaindustrie auf Grund der Embryonenforschung und unter Berücksichtung der aktuellen rechtlichen Situation in
Österreich darstellen.

-Uschi Dunzinger-Präg, Mitglied der Gruppe "Füranand", Geschäftsfrau in Dornbirn und Mutter einer Tochter mit
schwerer Mehrfachbehinderung. Sie wird über ihre
Erfahrungen auf Grund ihrer besonderen Lebenssituation aus
der Sicht Betroffener berichten.
(hapf/ug,nvl)

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