(ZWÖLF) TÖNE FÜR DAS KOLLEKTIVE GEDÄCHTNIS - Sonderausstellung "Arnold Schönberg und sein Gott", 3.5. bis 12.7.2002

Symposium "Arnold Schönberg und sein Gott", 26. bis 29.6.2002

Wien (OTS) - "KUNST GEGEN GEWALT" präsentiert dieses enorme künstlerische Engagement in zwei Programmpunkten: Die Ausstellung "Arnold Schönberg und sein Gott" thematisiert in historischbiographischen Dokumenten und bildnerischen Werken Schönbergs religiösen Werdegang und dessen wesentliche Impulse auf seine Werkgeschichte sowie die vielfältige Reflexion des unaussprechlichen, undarstellbaren Gottes. Dabei illustrieren u.a. Manuskripte aus dem Nachlass wie z.B. Schriften zum Judentum und das "Kol Nidre" op. 39, wie untrennbar der Gottesbegriff Schönbergs mit einem allgemeinen ethischen Konzept verbunden ist.

Darüber hinaus veranstaltet - bereits zum vierten Mal in Folge -das Arnold Schönberg Center in Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg ein großes wissenschaftliches Symposium zu Leben und Schaffen des großen Meisters der Wiener Schule. Der Event widmet sich Schönbergs Religiosität und Ethik, seiner jüdischer Identität, Schriften zum Judentum sowie darauf Bezug nehmenden Kompositionen. Die wissenschaftlichen Vorträge knüpfen eng an der am Center zugleich gezeigten Ausstellung von historischen, musikalischen und biographischen Dokumenten an: religiöse, philosophische und weltanschauliche Perspektiven des Komponisten als biographischer und künstlerischer Reflex der Zeitgeschichte eines halben Jahrhunderts.

Schon um 1908 hatte der große Musiker damit begonnen, sich intensiv mit Grundfragen menschlicher Existenz und der Kunstreligion, die er in einer subjektiv indizierten "Weltanschauungsmusik" zum Ausdruck brachte, auseinanderzusetzen. Ein herausragendes Beispiel dafür ist das unvollendete, monumentale Oratorium "Die Jakobsleiter". In den 1920er Jahren schuf Schönberg im Zuge seiner Auseinandersetzung mit religionsphilosophischen Fragen die Oper "Moses und Aaron" nach eigenem Libretto auf der Basis des Alten Testaments und damit ein faszinierendes Gesamtkunstwerk.

Der Nachromantiker gehört zu jenen politisch engagierten Intellektuellen, welche die Vernichtungspläne des Nationalsozialismus bereits in den Anfängen erkannten und voraussagten, lange bevor die Shoah erstmals Gegenstand publizistischen Interesses und geschichtsphilosophischen Diskurses wurde. Er beschäftigte sich nahezu 30 Jahre mit Fragen jüdischer Politik, nationaler Identität und Religion. Mit der Kantate "A Survivor from Warsaw", der Vertonung des jüdischen Glaubensbekenntnises und der Dichtung der "Modernen Psalmen" und Chorkompositionen legte Schönberg nach 1945 ein Bekenntnis zum Monotheismus und einen Appell an das kollektive Gedächtnis unserer Gesellschaft vor.

Sonderausstellung "Arnold Schönberg und sein Gott",
3.5. bis 12.7.2002
Symposium "Arnold Schönberg und sein Gott",
26. bis 29.6.2002

Beides im Arnold Schönberg Center,
Schwarzenbergplatz 6, 1030 Wien, Tel. 01 712 18 88

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