Partnerschaftliche Modernisierung der kommunalen Verwaltung - Deutscher Vordenker Warnfried Dettling: Globalisierung macht die "Sozialstadt" wichtiger

Wien (OTS) - Im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten(GdG) am Montag Abend skizzierte Warnfried Dettling, führender Theoretiker der Bürgergesellschaft in Deutschland, neue Aufgaben für die Kommunen. Die städtischen Verwaltungen stehen heute verschiedensten Herausforderungen wie Globalisierung, Digitalisierung der Arbeitswelt, Individualisierung, geänderten Rollen- und Familienbildern sowie der immer stärker werdenden Schere zwischen Geburten und Älteren gegenüber.

Dettling zeigte auf, wie soziale Ressourcen vor Ort mobilisiert werden können und führte interessante Beispiele an, wie kommunale Politik für junge und alte Menschen, Inländer und Ausländer, für Beamte und Kunden aussehen kann. Die Sozialstadt wird immer mehr zur Ergänzung des Sozialstaates. Unterschiedlichste regionale und lokale Rahmenbedingungen und Probleme machen ein differenziertes Vorgehen notwendig. Den kommunalen Verwaltungen kommt dabei mehr und mehr die Rolle eines Moderators (Drehscheibe zwischen den vernetzten öffentlichen und privaten Initiativen einerseits und den Betroffenen andererseits) und Aktivators (Aktivierung brach liegender Ressourcen statt Administration sozialer Probleme) zu.

Den Gewerkschaften haben bei diesen Änderungsprozessen eine wichtige Rolle: Ihre Aufgabe kann es nicht sein, internationale gesellschaftliche und technische Entwicklungen - die unaufhaltsam sind - so lange wie möglich von den kommunalen Verwaltungen fern zu halten, sondern neue soziale Aufgaben wie
Weiterqualifizierung, bessere Entlohnung von Engagement und Kreativität zu bewältigen.

Dazu Beate Steiner, die Landesvorsitzende der FCG-GdG Wien, die am 8. Mai vor Personalvertretungs- und Gewerkschaftswahlen im Bereich der Stadt Wien steht: "Es geht nicht darum, jegliche Neuerung von vornherein als Belastung der Arbeitnehmer zu verteufeln, wie es manche Gewerkschaftsvertreter vermitteln wollen. Die FCG bekennt sich zur Modernisierung der Arbeitswelt und zum Wandel der Aufgaben einer städtischen Verwaltung. Diese Modernisierung kann aber nicht über den Rücken den Bediensteten hinweg betrieben werden, sondern nur im partnerschaftlichen Dialog mit ihnen.

Partnerschaftliche Modernisierung setzt eine Kultur des Vertrauens voraus. Durch Vertrauen entsteht ein Ansporn zur Übernahme von Verantwortung. Der kommunikative Austausch innerhalb und zwischen den Abteilungen sollte verbessert und Aufwendungen für Kontrolle eingespart werden. Partnerschaftliche Modernisierung setzt aber auch die Anerkennung von Engagement, Kreativität und Kompetenz voraus. Diese Chancen auf verstärkte Motivation am Arbeitsplatz dürfen durch starre und leistungsfeindliche Besoldungsstrukturen und Bürokratismus aber nicht zunichte gemacht werden."

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Mag. Christian Mertens
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