FP-Madejski: Aufbauten Hotel Ambassador: "Zurück an den Start!"

Ball liegt jetzt bei MA 19 und MA 37

Wien, 02-05-2002 (fpd) - Eine Reduktion auf die genehmigte Höhe bei den Aufbauten des Hotel Ambassador forderte heute LAbg. GR Dr. Herbert Madejski im Zuge eines Pressegespräches.

Madejski erläuterte, daß das oberste Geschoß, das sg. Terrassengeschoß nicht so gebaut wurde wie es ursprünglich geplant war. Der anfängliche Entwurf hätte u.a. eine Durchsicht ermöglicht und wäre auch nicht so hoch ausgefallen, wie dies nunmehr im fast fertigen Projekt der Fall ist. Durch die jetzige Verbauung ist jedoch eine massive Störung des örtlichen Stadtbildes eingetreten, sodaß -laut Madejski - die MA 19 darüber nicht hinwegsehen könne.
Die Aufbauten, die laut schicker´schem Hochhauskonzept bereits den Status eines Hochhauses verdienen würden, widersprechen nicht nur ganz klar den Richtlinien des International Council On Monuments and Sites (ICOMOS), sondern beleidigen auch die Ästhetik des Betrachters. Auch die Frage der Sonnenreflexion, der Siegelung und der Lichtbrechung ist ein weiterer, ungeklärter Aspekt, der vor allem für die in Sichtweite des Ambassador wohnenden Menschen ein großes Ärgernis und eine wesentliche Beeinträchtigung der Lebens- und Wohnqualität darstellt.

Madejski ersuchte während seines Pressegespräches auch um Aufklärung, warum die entsprechende Baufirma die vorgegebene Bauhöhe nicht eingehalten habe. Vor diesem Hintergrund wäre weiters festzuhalten, daß bereits die bewilligten Aufbauten mit einer Ausnahmegenehmigung gemäß § 69 Wiener Bauordnung zu Stande gekommen waren und dennoch nunmehr eine weitere Überschreitung der Bauhöhe festzustellen war. Dieser Umstand gibt mittlerweile zu verschiedenen Spekulationen Anlaß und es wird daher in weiterer Folge zu überprüfen sein, ob es eine Zusage von dritter Seite gab, die eine nachträgliche Genehmigung für die viel zu hohen Ausbauten versprach.

Projekt zurück an den Start?

Das nunmehr fast fertige Aufbauprojekt am Hotel Ambassador war und ist Gegenstand von Verhandlungen im Bauausschuß im 1. Bezirk. BR Clemens Unterreiner, der ebenfalls am heutigen Pressegespräch teilnahm, erläuterte die Situation in der Bezirksvertretung der Inneren Stadt.
Demnach liegt bis zum heutigen Tag noch immer kein Gutachten der MA 19 (Architektur und Stadtgestaltung) vor. Die MA 37 hat in ihrer sachlichen und vernünftig durchargumentierten Stellungnahme die nachträglichen und nicht genehmigten Änderungen dargestellt und weiters ausgeführt, daß kosmetische Nachbesserungen nur in dem Sinne zu akzeptieren sein werden, wie sie im ursprünglichen Projektverfahren vorgesehen waren.
BR Unterreiner teilte weiters mit, daß bei der heute am Nachmittag stattfindenden Bauausschußsitzung nochmals Vertreter der MA 37 und der MA 19 zur Causa Ambassador Stellung nehmen werden. Wenn heute die MA 19 zu dem Schluß kommt, daß das Stadtbild beeinträchtigt sei, wird, so Unterreiner, eine Nachbesserung des Bauprojektes unausweichlich sein.

Bei Uneinsicht des Bautreibers kann Abbruch die einzige Konsequenz sein!

Der Ablauf der Aufstockung am Hotel Ambassador wirft viele Fragen auf. Insbesondere sind für uns auf der einen Seite die eigenartigen Eigentumsverhältnisse, andererseits die unverständliche Bauhöhenüberschreitung von besonderem Interesse, so Dr. Madejski. Wenn sich der Bautreiber und der Eigentümer in diesem Fall als Uneinsichtig zeigen und meinen, daß mit einer Geldstrafe - die durch Mieteinnahmen zehnfach gedeckt wäre - die Sache aus der Welt zu schaffen sei, so zeigt dies wiedereinmal das System bei Bautätigkeiten dieser Stadt. Nicht nur im Falle von Zurufswidmungen, auch in der Frage der Bauhöhenüberschreitungen dürfte in Wien die Praxis der Gefälligkeit fröhliche Urstände feiern. Wenn nicht ein eindeutiges und freiwilliges Zeichen von Seiten der Bauverantwortlichen gesetzt wird, so wird es auch an der Wiener FPÖ liegen, die MA 37 aufzufordern einen Abbruchbescheid zu erlassen, so Madejski.

FPÖ fordert allgemeine Akteneinsicht für ALLE Mandatare

Eine allgemeine Akteneinsicht für die Mandatare des Wiener Landtages und Gemeinderates forderte Madejski auf Grund des Anlaßfalls Hotel Ambassador.
Madejski verlangte die Geschäftsordnung der Stadtverfassung dahingehend zu adaptieren wie dies auch schon im Jahre 1984 im Salzburger Gemeinderat geschehen ist. Durch Initiative der Grünen wurde das Salzburger Stadtrecht und die Salzburger Gemeindeordnung dahingehend geändert, daß nunmehr "die Mitglieder des Gemeinderates .... in Angelegenheiten des eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde auch befugt (sind), von diesen (d.h. Bürgermeister, Stadträte etc.) Einsichtnahme in einzelne Verwaltungsakte zu begehren."

Die Wiener FPÖ, so Madejski, wird in einer der nächsten Sitzungen einen diesbezüglichen Antrag stellen und dabei die Wiener SPÖ an ihrer Demokratiefähigkeit messen. Die Aufgabe der Opposition ist es auch die Kontrollfunktion wahrzunehmen - wird diese verwehrt, so wird gleichzeitig der Gegenpol zur Regierung wesentlich benachteiligt und geschwächt. Die SPÖ wird daher in dieser wichtigen Frage, auch vor dem Hintergrund des Wiener Flächenwidmungsskandals, eindeutig Farbe bekennen müssen, so Madejski abschließend. (Schluß) jen

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