Klimabündnis-Projekt des Monats APRIL: Schenkenfelden - auf dem Weg zum Klimabündnis-Ziel

Biomasse-Nahwärmeanlage feierlich eröffnet

Wien (OTS) - Die Marktgemeinde Schenkenfelden im Mühlviertel setzt ganz auf klimafreundliche Energie - Holz, Wind und Sonne. Mit den zahlreichen Projekten, die in der 1.500 EinwohnerInnen-Gemeinde realisiert wurden, ist man auf dem besten Weg das Klimabündnis-Ziel, die Halbierung der CO2-Emissionen bis 2010, nicht nur zu erreichen, sondern sogar zu übertreffen.

"Wir müssen sorgsam mit unserer Umwelt und den Ressourcen umgehen, denn wir sind verantwortlich für unser Kinder und Kindeskinder" begründet Bürgermeister Johann Pötscher sein Engagement für den Klimaschutz.

Wärme aus Holz

Land- und Forstwirte der Region haben den Wald als ihr "Kraftwerk" entdeckt und sich zusammengeschlossen, um eine der modernsten Hackschnitzel-Nahwärmeanlagen Österreichs zu errichten, die am Samstag, 20. April 2002, feierlich eröffnet wurde.

Mit dem Bau wurde im Juli 1998 Bau begonnen, mittlerweile ist die zweite Ausbaustufe abgeschlossen und eine Trassenlänge von 3.200 Metern erreicht. Die beiden Kessel mit 1.100 und 850 kW Leistung versorgen bisher 58 Objekte - auch zahlreiche öffentliche Gebäude -mit wohliger Wärme aus Holz. Damit können rund 350.000 Liter Heizöl eingespart werden, wodurch der CO2-Ausstoß um mehr als 900.000 kg pro Jahr reduziert wurde. Der Brennstoffbedarf von rund 3.500 Schüttraummetern pro Jahr wird von Land- und Forstwirten aus der Region geliefert, somit bleibt das Geld im Ort und fließt nicht ins Ausland ab. Besonderns innovativ ist die Anwendung neuester Technologie in Form eines "Wanderbodens" zur Hackgutaustragung. Der Boden des gesamten Holzlagers (500 m2) kann mittels Hydraulikantrieb in kurzen Schüben in Richtung Austragungs- und Verbrennungsstelle befördert werden. Das ermöglicht eine äußerst wirtschaftliche Lagerung sowie eine optimale Trocknung des Hackguts.

"Es ist einfach ein gutes Gefühl bei der Biomasse-Nahwärme zu sein: Keine Abhängigkeit von krisengeschüttelten Ländern, die uns Energie liefern, sondern Wertschöpfung im eigenen Ort. Sicherung von Arbeitsplätzen und die Gewissheit einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz geleistet zu haben", erklärt der Obmann der Nahwärme Josef Elmecker.

Strom aus Wind

Zwanzig engagierte BürgerInnen aus Schenkenfelden haben die Zukunfts-Energie GmbH zur Errichtung der ersten zwei Windkraftanlagen im Mühlviertel gegründet. Die Windräder auf 750 Meter Meereshöhe mit einem Jahresertrag von ca. 1.850 Millionen kWh decken seit 1998 den Jahresbedarf an Strom der 530 Haushalte in Schenkenfelden. Dadurch können rund 600.000 Liter Öl und rund 1.600 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Aber nicht nur Großprojekte werden in Schenkenfelden umgesetzt, die Schenkenfeldner BürgerInnen beweisen auch in vielen kleinen Projekten ihr Energie- und Umweltbewusstsein. Hackschnitzel- und andere moderne Biomasse-Heizungen sind ebenso selbstverständlich wie Solaranlagen zur Warmwasserbereitung. Somit werden in ganz Schenkenfelden bereits 45 % der 470 Häuser mit erneuerbaren Energieträgern versorgt.

Aber natürlich nimmt auch die Gemeinde ihre Vorbildfunktion wahr, so wird auch das Warmwasser des Freibads mit Sonnenkollektoren aufgebracht. Ca 330 m3 Wasser können so nachhaltig auf bis zu 25 Grad erwärmt werden.

Für ihr außergewöhnliches Engagement wurden die Schenkenfeldner "Energiespar-Bürgerinnen und -bürger" im Jahr 2001 mit dem Energy Globe ausgezeichnet.

Information zu den Projekten

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