GATTERER: RICHTUNGSWEISENDE ENTSCHEIDUNG DES EUROPÄISCHEN GERICHTSHOFS FÜR MENSCHENRECHTE IN STERBEHILFE-DEBATTE

Wien, 30. April 2002 (ÖVP-PK) Die ÖVP-Abgeordnete Edeltraud Gatterer begrüßte heute, Dienstag, die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, der einen Antrag einer Britin auf aktive Sterbehilfe abgelehnt hat. "Betreuung, Begleitung, Ausbildung und Palliativmedizin sind die nötigen Maßnahmen, um ein bewusstes Gegenmodell zur Sterbehilfe zu schaffen", betonte die Abgeordnete, die sich als gefragte Expertin auf dem Gebiet der Rechte von todkranken und sterbenden Menschen profiliert hat. "Österreich nimmt mit seinem Ansatz einer Begleitung beim Sterben eindeutig eine Vorreiterrolle in Europa ein. Mit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte gegen die aktive Sterbehilfe wird dieser Weg bestätigt", so Gatterer, die seit 1995 Mitglied in der parlamentarischen Versammlung des Europarats und Vizepräsidentin im Sozial-, Gesundheits- und Familienausschuss ist.. ****

Die Richter des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte sind entschieden dagegen, dass einer todkranken Engländerin von ihrem Ehemann legal geholfen wird, ihr Leben zu beenden. Die Richter, die ihr Mitgefühl für die leidende Frau ausdrückten, erklärten, dass es kein Grundrecht eines Menschen auf Sterbehilfe gibt. Sie meinen, dass das garantierte "Recht auf Leben", welches in den Menschenrechtskonventionen des Europarats niedergeschrieben ist, nicht die Umkehrung, nämlich eines Rechts das Leben zu beenden, einschließt. Diese Argumentation der Richter ist auch Inhalt einer Empfehlung für den Europarat, den die Abgeordnete mit Experten zum Thema Sterbehilfe verfasst hat. "Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ist richtungsweisend für die Sterbedebatte in vielen Ländern Europas", erklärte Gatterer.

"Der Beschluss im Nationalrat für das Familienhospizmodell für Bundesbeamte und Vertragsbedienstete vom 17. April 2002 stellt einen sehr wichtigen Schritt in die richtige Richtung dar", freut sich Gatterer. Arbeitnehmer, die die Betreuung eines sterbenden Angehörigen oder schwerkranken Kindes übernehmen, sollen ab Juli 2002 einen Rechtsanspruch auf Herabsetzung oder Veränderung ihrer Normalarbeitszeiten erhalten.

"Viel zu viele Menschen sterben nach wie vor in Spitälern und Pflegeheimen, deshalb muss die Sorge von Angehörigen für ein würdiges Sterben ihrer Familienmitglieder unterstützt werden. Mit dem Modell der 'Sterbekarenz' ist Österreich bei den Mitgliedsländern des Europarats auf ein sehr positives Echo gestoßen", schloss die ÖVP-Abgeordnete.
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