Zukunftsmodell für ÖBB-Lehrwerkstätten in der Steiermark

Einjähriges Pilotprojekt sieht Ausbildungsverbund vor

ÖBB (Graz) - ÖBB, Gewerkschaft der Eisenbahner, Land Steiermark und die Stadt Graz haben nun ein einjähriges Pilotprojekt für die ÖBB-Lehrwerkstätten in Graz und Knittelfeld vereinbart. Ziel dieses Projektes ist, im Rahmen eines Ausbildungsverbundes die Mindestauslastung von insgesamt 35 Lehrlingen pro Jahrgang für beide Lehrwerkstätten sicherzustellen. Eine gezielte Erwachsenenbildung sowie Lehrlinge regionaler Firmen und der Eigenbedarf der ÖBB sollen die wirtschaftlich notwendige Mindestauslastung gewährleisten.****

ÖBB Know How für Lehrlinge in der Steiermark

Die ÖBB sind der größte Lehrherr Österreichs. Rund 1.100 Lehrlinge werden derzeit auf 14 Standorten in ganz Österreich ausgebildet. Die Auslastung der Lehrwerkstätten in Graz und Knittelfeld wird künftig im Hinblick auf den ÖBB-eigenen Bedarf aber so gering sein, dass eine Weiterführung der Ausbildung für das Unternehmen ÖBB allein wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen ist.

Die Vorteile des dualen Ausbildungssystems (Theorie und Praxis) der ÖBB-Lehrwerkstätten mit ihrer staatlich ausgezeichneten Qualität soll für die Steiermark aber erhalten bleiben. Förderungen der Stadt Graz (181.686 Euro) und des Landes Steiermark (457.838 Euro) haben 2001 eine Weiterführung der ÖBB-Lehrwerkstätten möglich
gemacht. Diese Förderungen sahen vor, dass für die Werkstätte in Graz zehn Lehrlinge ausschließlich aus Graz und für die Werkstätte in Knittelfeld 25 Lehrlinge aus der übrigen Steiermark aufgenommen werden. Zudem ist die Wirksamkeit dieser Förderungen auf die Dauer des Fortbestands beider Lehrwerkstätten bzw. auf die Lehrzeit von 3,5 Jahren beschränkt, wobei auf beiden Standorten die Berufe Maschinenbautechniker und Elektromaschinentechniker auszubilden sind.

Nur ein Ausbildungsverbund kann Fortbestand der Lehrwerkstätten sichern

Der ÖBB-eigene Lehrlingsbedarf in Graz und Knittelfeld ist für eine Aufrechterhaltung beider Ausbildungsstandorte zu gering. Aus diesem Grund haben die ÖBB und die "Steirische Vokswirtschaftliche Gesellschaft" ein innovatives Zukunftsmodell für die Lehrlingsausbildung in der Steiermark erarbeitet. Es handelt sich dabei um einen Ausbildungsverbund, der auf drei Säulen ruht und eine Mindestauslastung - zehn Lehrlinge pro Jahrgang für den Standort Graz und 25 für Knittelfeld - gewährleisten soll.

Säule 1 Säule 2 Säule 3 Ausbildungsmodule Erwachsenenbildung ÖBB-Lehrlinge
für Lehrlinge in den Bereichen gemäß Eigenbedarf anderer Firmen Qualifizierung und

Umschulung

Ziel dieses zukunftweisenden Modells ist es, den Fortbestand der Lehrwerkstätten in Graz und Knittelfeld nicht allein vom ÖBB-eigenen Bedarf, sondern von den Erfordernissen des steirischen Arbeitsmarktes abhängig zu machen. Neben der Erwachsenenbildung ist die Säule 2 dabei von besonderer Bedeutung. Firmen der Region haben die Möglichkeit, Teile ihrer Ausbildung in ÖBB-Lehrwerkstätten auszulagern, wobei nach Maßgabe der Ressourcen das ÖBB-Angebot auf Berufsbilder ausgeweitet werden kann, die in Graz und Knittelfeld derzeit noch nicht angeboten werden.

Kooperationen sichern die Zukunft der Jugend

Das Rückgrad dieses 3-Säulen-Modells wird in der Startphase der ÖBB-eigene Bedarf sein. Zwei Drittel der Mindestanzahl von Lehrlingen werden von den ÖBB kommen (sechs in Graz und 15 in Knittelfeld), ein Drittel wird außerhalb der ÖBB rekrutiert werden. Doch schon im Jahr 2003 sollen durch gezielte Marketingmaßnahmen die beiden anderen Säulen so gestärkt sein, dass die ÖBB nur noch maximal ein Drittel der Lehrlinge stellen, was in etwa dem ÖBB-eigenen Bedarf entspricht.

Das Interesse seitens der Wirtschaft besteht jedenfalls, wobei eine Option die Qualifizierung von Mitarbeitern für den AutoCluster Styria ist. Zudem sind Kooperationen mit dem Ausbildungszentrum Fohnsdorf und dem AMS möglich. - Die von den ÖBB verrechnete Kostensätze für die Ausbildung sind marktkonform und die einzige Möglichkeit, eine wirtschaftliche vertretbare Weiterführung der Lehrwerkstätten in Graz und Knittelfeld sicherzustellen.

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