"Kleine Zeitung" Kommentar: "Lebensqualität" (von Carina Kerschbaumer)

Ausgabe vom 30.04.2002

Graz (OTS) - Ganz bewußt haben sie gewartet. Die Hilfsorganisationen haben abgewartet bis das Volksbegehren zum Sozialstaat über die Bühne gegangen ist. Und gestern haben sie
nun aufgebrüllt. Eine Warnung vor einem nationalen Pflegenotstand, der aufgrund der Zahl von Pflegebedürftigen droht. Und teils schon eingetreten ist.

Dass sie die Stimme nicht im Vorfeld des Volksbegehrens erhoben haben, müsste ihrer Warnung zusätzliches Gewicht verleihen. Jeder frühere Zeitpunkt hätte ihnen den Vorwurf der Stimmungsmache eingebracht.

Ob sie mit ihrem Appell nun durchdringen, ist dennoch fraglich. Die Absicherung der Pflege älterer Menschen, ihr Wunsch, solange wie möglich in der eigenen Wohnung zu leben, rangiert trotz der beschlossenen Hospizkarenz nicht unbedingt in der Hitliste politischer Prioritäten. Lässt sich auch nicht sonderlich gut vermarkten. Selbst wenn der Ausbau der Hauskrankenpflege günstiger als jedes Altersheimbett ist und zusätzlich eine gewisse Lebensqualität gewährt.

Wie heißt es so schön bei Wahlveranstaltungen für Senioren? Alte Menschen hätten ein Recht auf Lebensqualität.

Haben sie - in der Theorie und in Sonntagsreden. ****

Rückfragen & Kontakt:

Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035, 4047
redaktion@kleinezeitung.at
http://www.kleinezeitung.at

Kleine Zeitung

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ/PKZ