Fachverband der Fahrschulen fordert rasche Einführung der Mehrphasenausbildung

Unfälle des vergangenen Wochenendes verlangen nach raschen Maßnahmen

Wien (PWK305) Seit Jahren fordern maßgebliche Stellen mehr Praxisbezug in der Ausbildung. Schon bei Einführung der computerunterstützten Theorieprüfung im Jahr 1998 wurde seitens des Fachverbandes der Fahrschulen versucht, der praktischen Fahrprüfung mehr Bedeutung zukommen zu lassen. Beim Fahren soll der Kandidat zeigen, dass er das in der Theorie gelernte Wissen auch in der Praxis anwenden kann. Besonders wichtig sind hier Elemente der Gefahrenlehre, der Partnerkunde und des Sekundentrainings. Leider wird dieser so wichtige Teil der praktischen Prüfung bis heute nicht durchgeführt.

Die Fahrausbildung ist kein notwendiges Übel, um zum begehrten Führerschein zu kommen. Wie die Unfälle an diesem Wochenende gezeigt haben, liegen die Hauptursachen immer wieder im menschlichem Fehlverhalten. Wird die Fahrausbildung praktisch im Vorbeigehen absolviert, darf man nicht erwarten, dass sich junge Autofahrer(innen) viele Gedanken über Gefahren im Straßenverkehr machen.

Doch eine gute Fahrausbildung kann mehr. Nicht nur ausländische Erfahrungen, wie z.B. in Finnland oder Schweden, sondern auch die L17-Ausbildung in Österreich zeigen eindrucksvoll, wie wertvoll eine umfassende Fahrausbildung ist. Obwohl die L17-Fahrer(innen) um ein Jahr früher alleine fahren dürfen, haben sie deutlich weniger Unfälle als 18-jährige Fahranfänger(innen). Die Erfahrungen mit der L17-Ausbildung zeigen überdies, dass durch die Einbindung der Eltern in die Fahrausbildung sehr oft auch innerhalb der Familien Diskussionen über Verkehrssicherheit stattfinden.

Die Mehrphasenausbildung bietet ein genau abgewogenes Paket aus Grundausbildung, eigenen Erfahrungen mit professionellem Feedback und Fahrfertigkeiten in besonderen Situationen. Vor allem die Aufteilung in zeitlich getrennte Module zwingt den Fahranfänger dazu, sich eingehend mit dem Thema Führerschein und Sicherheit im Verkehr zu beschäftigen, daraus ergeben sich unter anderem folgende Vorteile:

Nach der Prüfung angelerntes Fehlverhalten (durch andere Verkehrsteilnehmer) kann bei den Feedbackfahrten zum Teil korrigiert werden.

Die besonders gefährliche Selbstüberschätzung von Fahranfängern wird durch geeignete Übungen beim Fahrsicherheitstraining reduziert.

Die noch durchzuführenden Module stellen für Fahranfänger eine psychologische Bremse dar.

Der Fachverband der Fahrschulen ist überzeugt, dass das gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, dem Kuratorium für Verkehrssicherheit und den Autofahrerclubs geschaffene Modell einer Mehrphasenausbildung wesentlich zur Hebung der Verkehrssicherheit beitragen wird.

Daher der dringende Appell an die Politik: Durch nationale und internationale Erfahrungen, wissenschaftliche Untersuchungen und Expertenmeinungen aus den verschiedensten Organisationen ist durch die Einführung der Mehrphasenausbildung ein deutlicher Rückgang an Unfällen zu erwarten. Setzen Sie daher die geplanten Maßnahmen so rasch wie möglich um. Alles andere wäre verantwortungslos und gefährdet das Leben der Jugendlichen. (US)

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Ulrike Sporer
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Wirtschaftskammer Österreich

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