Leitl: Goldene Waage - Das beste Zeichen als Ermutigung setzen

Preisträger: Agrana, Marcher GmbH und Kaufhaus Neumair -Bartenstein für Lohnnebenkostensenkung Wien (PWK302) - Die goldene Waage, die alljährlich vom MMM-Club (Moderne Markt Methoden) gemeinsam mit der Bundessektion Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) an verdiente Unternehmerpersönlichkeiten für besondere Leistungen im Bereich Marketing verliehen wird, geht heuer an die Agrana, die Marcher GmbH aus Villach und das Kaufhaus Neumair aus Kaprun. "Diese Preisträger haben eine wichtige Funktion: Es geht darum, das beste Beispiel als Zeichen der Ermutigung zu setzen", sagte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl heute, Montag, bei der Verleihung des Handels-Oskars in Wien. Der Handel habe schwierige Zeiten bewältigt und sei bei der Euroumstellung verantwortungsbewußt für die Konsumenten eingetreten. Das sei auch ein Grund "Dankeschön" zu sagen.

Auch Wirtschaftsminister Martin Bartenstein würdigte im Rahmen der Preisverleihung den Handel, der sich "großartig" verhalten habe. Die Kassandrarufer bei der Einführung des Euro hätten unrecht gehabt. Der Handel sei insgesamt ein Bollwerk der Wirtschaft mit 20.000 Lehrlingen und insgesamt 60.000 Beschäftigten. In Bezug auf die Reform der Gewerbeordnung betonte Bartenstein, dass Unternehmen moderne Rahmenbedingungen bräuchten, die dem Handel mit der Gewerbereform angeboten würden. Bei der Ladenöffnung sei eine Aufrechterhaltung des Status quo nicht von Vorteil, weder für den Standort noch für den Handel. Für ihn, so Bartenstein, komme aber nur eine Lösung in Frage, die den kleinen und mittleren Betrieben zusätzliche Chance eröffne.

"Der Mittelstand hat einen großen Teil der Zeche bei der Budgetsanierung gezahlt. Es ist gut, an einem ausgeglichenen Budget festzuhalten, aber ich habe großes Verständnis für die Forderung "We want our money back"", betonte der Wirtschaftsminister. Eine Lohnnebenkostensenkung werde es geben, sie stehe schließlich im Koalitionsübereinkommen. Die anvisierte Dimension sei möglich, nun müssten Detailverhandlungen geführt werden. Spielräume sehe er bei der Unfallversicherung und dem Insolvenzfonds. "Es wird aber nicht leicht werden", so Bartenstein.

Bundesspartenobmann Erich Lemler unterstrich, dass die Preisstabilität des Handels bei der Währungsumstellung gehalten habe. Der Handel habe derzeit aber 3 große Themen, die gelöst werden müssten, damit der heimische Handel eine Chance habe. Laut Lemler seien dies die Gewerbeordnung, bei der sich der Handel bisher sehr kooperativ und liberal verhalten habe, die Raumordnung und die damit verbundene Frage der zukünftigen Märkte sowie das Kartellrecht. Seinen ganz besonderen Dank drückte der WKO-Präsident dem Präsidenten des MMM-Clubs, dem Journalisten Dr. Georg Wailand, für seine alljährliche Initiative in diesem Zusammenhang aus.

Die Preisträger im Detail:
Agrana

Die Agrana-Gruppe gehört durch ihre Beteiligungen in Mittel- und Osteuropa zu den führenden Zuckerproduzenten. In der gesamten Agrana-Gruppe wurden im vergangenen Jahr aus 5 Millionen Tonnen Rüben rund 720.000 Tonnen Zucker gewonnen. Neben den Zuckerfabriken in Acs, Kaposvar und Petöhaza in Ungarn hält die Agrana Standorte in der Tschechischen Republik, in der Slowakei und in Rumänien. Mit 4000 Mitarbeitern setze die Agrana im vergangenen Jahr mehr als 800 Mill. Euro um. Bereits 1986 wurde die strategische Entscheidung getroffen, weg vom Image des Zuckers als Industrieprodukt zu kommen. Eine neue Marke, ein neues Logo und Design haben dazu geführt, dass Zucker heute in eindrucksvoller Vielfalt in den Regalen der Märkte zu finden ist.

Marcher GmbH:

Der Villacher Fleischereibetrieb verzeichnete im vergangenen Jahr mit 415 Mitarbeitern einen Umsatz von 184,2 Mill. Euro. Der auf Viehhandel und die Einlagerung von Fleisch spezialisierte Betrieb, der österreichischer Marktführer bei der Zerlegung ist, wurde 1928 gegründet und 1979 in eine GmbH umgewandelt. 1973 wurde eine eigenen Betriebsstätte in Villach errichtet. Hauptgegenstand der Unternehmenstätigkeit war vor allem die Grobzerteilung sowie der Handel mit bereits geschlachteten Schweinen und Rindern. Hinzu kam der Fleischexport, der im Laufe der Jahre ein fester Bestandteil der Unternehmenstätigkeit geworden ist (Exportanteil: 67 Prozent).

Kaufhaus Neumair GmbH & CoKG :
Das Kaufhaus Neumair wurde im Jahre 1900 in Kaprun von Anton und Katharina Neumair unter dem Titel "Tischlerkrämer mit K&K Tabaktrafik" gegründet. In den 30er, 40er und 50er Jahren der vorigen Jahrhunderts wurde Veränderungen sowohl am Standort als auch im Sortiment vorgenommen. 1955 wurde die Familie Vertriebspartner im Lebensmittelbereich und damit zu ADEG Zell am See. In den Folgejahren wurde das ehemalige Kaufhaus zu einem Einkaufszentrum umgewidmet, das neben einem Lebensmittelbereich auch eine Textilabteilung, eine Hartwarenabteilung mit Spielwaren, Geschenken und Werkzeugen umfasst. Für das Jahr 2002 plant die Familie eine Erweiterung auf 1000 Quadratmeter. Derzeit beschäftigt das Kaufhaus Neumair insgesamt ca. 45 ArbeitnehmerInnen und 6 Lehrlinge. Der Umsatz beträgt 6,9 Mill. Euro. (us)

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