Ambulanzgebühren : Kuntzl warnt vor Verschlechterungen im Pflegebereich (3)

"Integrationspaket" der Regierung schließt Zuwanderung von KrankenpflegerInnen aus

Wien (SK) SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl warnt vor einer "massiven Verschlechterung" im Bereich des Pflegepersonals durch das sogenannten Integrationspaket der Regierungsparteien. In der Pressekonferenz nach einem gemeinsamen Lokalaugenschein mit SPÖ-Vorsitzendem Gusenbauer und SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Bures in den Ambulanzen des Hanusch-Krankenhauses erläuterte Kuntzl, dass durch die geplanten Einkommensgrenze bei der Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften den Kranken- und Pflegeheimen akuter Personalmangel drohe. ****

Der Personalbedarf stieg zuletzt um 2,1 Prozent, derzeit sind rund 75.000 Personen als PflegerInnen in Kranken- und Pflegeeinrichtungen beschäftigt. Davon seien österreichweit mehr als 50 Prozent des Personals nicht in Österreich geboren, in Wien liege die entsprechende Zahl bei 62 Prozent. Kuntzl betonte dazu, dass die Integrationsbereitschaft sehr hoch sei. Denn nur 12 Prozent der zugewanderten PflegerInnen in Wien haben noch nicht die österreichische Staatsbürgerschaft.

Die Regierungsparteien wollen nun in ihrem "Integrationspaket" die "Qualifikation" bei der Zuwanderung von Schlüsselarbeitskräften mittels Mindesteinkommen normieren. Nur wer mehr als 2.000 Euro pro Monat verdient kann in die Quote für Schlüsselarbeitskräfte fallen. Kuntzl hält diese Regelung, die nicht auf Qualifikation, sondern auf Bezahlung abzielt für falsch. Und vor allem liege die Einkommensgrenze weit über den Gehältern im Pflegebereich. Das Durchschnittseinkommen für diplomierte HilfskrankenpflegerInnen liege bei 1.800 Euro, das Gehalt für HilfskrankenpflegerInnen bei 1.300 Euro. Wie Kuntzl erläuterte, komme es oft vor, dass zugewanderte PflegerInnen zunächst als Hilfskrankenpfleger arbeiten, bis ihre Ausbildung amtlich anerkannt wird.

Bis zum Jahr 2005 wird von einem zusätzlichen Bedarf von 30.000 PflegerInnen ausgegangen, erklärte Kuntzl. Die Einkommensgrenze der Regierungsparteien hält sie für "absurd". Experten bestätigten, dass mit dieser Zuwanderungsbeschränkung für Pflegepersonal keine Chance bestehe, das derzeitige Niveau in den Krankenhäusern und Pflegeheimen zu halten.

Kuntzl forderte eine Quote mit nachvollziehbaren Kriterien, vor allem sollen Schlüsselarbeitskräfte nach Qualifikation, nicht nach Einkommen definiert werden. (Schluss) wf

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