Start der "ZiB" aus dem neuen Newsroom am 2. Mai (3)

Technisches Herzstück: Neuer digitaler Regieplatz

Wien (OTS) - Das Projekt "Newsroom neu" umfasst nicht nur in der Erneuerung der ORF-TV-Nachrichtenzentrale, es bewirkt auch tief greifende Änderungen im Workflow. Der Umstieg von der traditionellen, bandbasierenden Bearbeitung im Newsbereich auf vernetztes volldigitales Equipment stellt für Redaktion und Technik einen technologischen Umbruch ersten Ranges dar. Die Macher der "Zeit im Bild" profitieren durch Synergieeffekte vernetzter Technologien, die ein noch schnelleres Arbeiten und Kommunizieren ermöglichen. Für die Zuseher bringt die neue Newsroom-Technik zudem eine insgesamt bessere Bildqualität, da auf Grund der durchgängig digitalen Bearbeitung Qualitätsverluste wegfallen.

Der digitale Regieplatz - das technische Herzstück des neuen Newsrooms
Der neu errichtete Newsroom-Regieplatz RP 7 bietet in unmittelbarer Nähe der Studiofläche modernste digitale Technologie zur Abwicklung der ORF-TV-Nachrichtensendungen und verfügt über alle für Herstellung und Abwicklung von News-Sendungen erforderlichen Funktionen. Neben zahlreichen anderen Quellen steuert der Regieplatz auch jene Serverkanäle an, von denen die einzelnen Beiträge auf Sendung gebracht werden. Acht Serverkanäle sind für die Zuspielung von Videobeiträgen vorgesehen, weitere sechs Kanäle werden für Grafik-und Dekorationselemente der Nachrichtensendung genutzt. Für die Implementierung einer virtuellen Studiodekoration ist der neue Newsroom-Regieplatz ebenfalls vorbereitet.

Digitale Vernetzung, nonlineares Editing
Der Umstieg auf digitale Beitragsbearbeitung hat eine vollständige Änderung des Workflow im Newsroom zur Folge - das gesamte Bild- und Tonmaterial wird auf Rechnern bearbeitet und von diesen auf Sendung gebracht. Anders als im bisherigen Newsroom, wo die Beiträge konventionell mit Bandmaschinen bearbeitet und zugespielt wurden, verfügt der neue ORF-Newsroom über eine Netzwerklösung, die es den Redakteuren erlaubt, Beiträge und unbearbeitetes Material am eigenen Arbeitsplatz zu sichten und vorab zu bearbeiten. Zur Beitragserstellung werden acht NLE-Schneideräume (NLE: Non Linear Editing) genutzt: Sechs dieser NLEs sind in unmittelbarer Nähe des Redaktionsbereichs im ersten Stock des Neubaus untergebracht, zwei weitere Einheiten sowie ein Sprecherstudio ("Off-Tube") befinden sich direkt beim Newsroom-Regieplatz RP 7. Zusätzliche NLE-Arbeitsplätze wurden für das Archiv und die Redaktion errichtet. Diese Plätze dienen der Aufbereitung des via Satelliten einlangenden Videomaterials aus aller Welt und zur Vorbereitung der Schneidearbeit. Auch die aktuelle Grafik verfügt über einen NLE-Schnittplatz und ist in der Lage, mit Hilfe moderner "Event Recreation"-Technologien komplexe Sachverhalte für das Publikum anschaulich zu machen.

Sämtliche NLE-Plätze im Neubau sind über ein hochleistungsfähiges Ethernet-Netzwerk an einen Pufferspeicher angeschlossen, der wiederum jene Ausspiel-Server speist, von denen aus die Beiträge auf Sendung gebracht werden. Der gesamte neue Nachrichtenkomplex ist an die digitale Signalmatrix (DMX) des ORF angebunden und verfügt somit über eine vollwertige Anbindung an die bestehenden Ressourcen im ORF-Zentrum.

Backupszenarien - gerüstet für jeden Ernstfall
Die "Zeit im Bild"-Sendungen sind die Flaggschiffe der österreichischen TV-Information, und dementsprechend lag das Hauptaugenmerk bei der Realisierung des neuen Newsrooms auf der Sicherheit des Sendebetriebs. Daher verfügt der neue Newstrakt über eine eigene Anlage zur Gewährleistung der Ununterbrochenen Stromversorgung (USV) samt Notstromaggregat sowie eine eigenständige Klimatechnik. Der Newsroom ist somit energie- und klimatechnisch quasi autark vom ORF-Zentrum. Auch studiotechnisch wurde für alle Eventualitäten Vorsorge getroffen: Alle sendungsrelevanten Systeme sind redundant ausgelegt, das Nachrichtenstudio im neuen Newsroom kann bei allfälligen Wartungsarbeiten auch vom digitalen Regieplatz RP 6 bespielt werden.

Kosten/Zeitplan
Die Gesamtkosten für den neuen Newsroom betragen 20,61 Millionen Euro (283,6 Millionen Schilling). Sämtliche Kosten liegen im vorgesehenen Plan.

Anfang 1999: Entscheidung zum Bau des neuen Newsrooms
März 2000: Baubeginn
April 2001: Fertigstellung des Rohbaus und Beginn der Technikmontage und Einrichtung
Oktober 2001: Übersiedlung der Redaktionen
November 2001: Fertigstellung Studiotechnik
2. Mai 2002: Erste "ZiB" aus dem neuen Newsroom

Daten und Fakten zum neuen Newsroom
Verbaute Grundfläche: 1.240 qm
Nutzfläche gesamt: 2.047 qm
davon
Redaktion, Büros: 1.172 qm
Technikräume (Regie, Schneide-, Serverräume, Grafik etc.): 356 qm Studio: 255 qm
Raumhöhe Studio: 5,15 m
Fixe Arbeitsplätze:

1. OG: 65
2. OG: 12
Wechselarbeitsplätze:

2. OG: On-Air-Redaktion: max. 31
Aktuelle Grafik: max. 7
Regieraum: max. 26
Schneideräume: 8

Der neue ORF-Newsroom
Sendungen

Täglich:
ZiB 9.00 Uhr (5 Minuten)
ZiB 11.00 Uhr (nur Sonntag)
ZiB 12.00 Uhr (Montag bis Samstag: 5-10 Minuten)
ZiB 13.00 Uhr (Montag bis Samstag: 15-17 Minuten, Sonntag: 5 Minuten) ZiB 17.00 Uhr (5 Minuten)
ZiB-Einstieg 18.30 Uhr (Montag bis Freitag: 2 Minuten)
ZiB 1 19.30 Uhr (17-25 Minuten)
ZiB 2 22.00 Uhr (Montag bis Freitag: 25-30 Minuten)
ZiB 3 24.00 Uhr (Montag bis Freitag: 30 Minuten)
ZiB spät (Samstag und Sonntag, je zwei Sendungen, je 5 Minuten) Sport 20.00 Uhr
sowie mehrmals täglich Wetter (Live oder Aufzeichnung)
diverse Promotion-Einstiege

Wöchentlich:
"Heimat, fremde Heimat"
"Wochenschau"
Voraufzeichnungen für "Euro Austria"

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Michael Krause
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