Ali: "Religionen haben verschiedene Namen, aber in allen ist Wahrheit" / Boxlegende Muhammad Ali im Interveiw mit Reader's Digest über sein Leben im Zeichen des Islam und die Farbe schwarz

Stuttgart (OTS) - Boxlegende Muhammad Ali, der in den 60er Jahren zum Islam konvertierte, hat sich zu seinem Glauben bekannt und zugleich die Anschläge vom 11. September in New York und Washington scharf verurteilt. "Der Islam ist eine Religion des Friedens. Er steht nicht für Terror und das Töten von Menschen", sagt er in einem Interview mit dem Magazin Reader's Digest (Mai-Ausgabe). Die Täter, so Ali, seien keine Muslime, "das sind rassistische Fanatiker". Zugleich verteidigt der Ex-Sportler (60) das Nebeneinander der unterschiedlichen Weltreligionen: "Flüsse, Teiche, Seen, Bäche, sie haben verschiedene Namen, aber in allen ist Wasser. Auch Religionen haben verschiedene Namen, aber in allen ist Wahrheit." Für ihn, so Ali, sei der Glaube die "Eintrittskarte in den Himmel".

Muhammad Ali, der Sohn eines Schildermalers und einer baptistischen Frau, war zunächst als Cassius Clay zu Weltruhm gelangt. Wo er auch antrat, verließ er den Boxring meist als Sieger. Als seinen größten Sieg nennt er den Kampf gegen Joe Frazier in Manila im Jahre 1975, die schlimmste Niederlage hingegen habe er 1959 bei den panamerikanischen Amateurmeisterschaften gegen Amos Johnson kassiert. "Im Boxen würde ich alles genauso machen, nichts ändern", blickt er in dem Interview mit Reader's Digest auf sein sportliches Leben zurück.

Dabei waren es zwei Menschen, die ihn besonders geprägt haben. Zum einen Sugar Ray Robinson, der in den 50er Jahren fünfmal Weltmeister im Mittelgewicht wurde und für seine Leichtfüßigkeit im Ring berühmt war. Zum anderen Elijah Muhammad, der bis 1975 als geistiger Führer der Black-Muslim-Bewegung in den USA galt. Ali selbst hatte sich schon zu seinen aktiven Zeiten als Streiter für die politischen Rechte der Schwarzen hervorgetan. Heute sagt er: "Es gibt so viele Begriffe mit Schwarz, die etwas Schlechtes bedeuten: Schwarzmarkt, schwarz malen, anschwärzen, das schwarze Schaf. Ich meine, schwarz ist gut. Im Geschäft will man schwarze Zahlen haben, fruchtbare Erde ist schwarz. Schwarz ist nichts Schlechtes."

In den vergangenen Jahren war es still um Muhammad Ali geworden. Der Vater und inzwischen sechsfacher Großvater hatte sich zurückgezogen. Erst 1996 war er wieder richtig ins Rampenlicht getreten, als er das Feuer bei den Olympischen Sommerspielen in Atlanta entzünden durfte. Eine Geste, die er nach eigener Aussage nie vergessen wird: "Obwohl ich den Vietnamkrieg abgelehnt habe und ich zum Islam übergetreten bin, haben sie mich die Flamme anzünden lassen. Das hat mich sehr gefreut."

Ali, der zwar keine Gegner mehr k.o. schlägt, in der Heimat aber immer noch als der Größte gilt, zieht in dem Interview denn auch eine zufriedene Bilanz seines Lebens, obwohl er seit Jahren schwer an der Parkinsonschen Krankheit leidet. "Ich frage nie: Warum gerade ich? Es hat in meinem Leben so viel Gutes gegeben, ich war gesegnet." Und auch auf die Frage, wie der Champion eines Tages der Welt in Erinnerung bleiben möchte, gibt er eine klare Antwort: "Er hat ein paar Tassen Liebe genommen, einen Teelöffel Geduld, einen Esslöffel Großmut, einen halben Liter Güte, und das alles hat er gut umgerührt, und jedem, der es wert war, hat er davon gegeben."

Für nähere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Mai-Ausgabe von Reader's Digest ist seit dem 29. April an zentralen Kiosken erhältlich.

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