Familienhospizkarenz: ÖGB-Frauen fordern finanzielle Absicherung

Begleitung Schwerstkranker keine unentgeltliche "Frauensache"

Wien (ÖGB). Die ÖGB-Frauen fordern eine finanzielle Absicherung bei der Familienhospizkarenz. "Wir begrüßen, dass die Möglichkeit der Karenzierung zur Begleitung schwerstkranker Angehöriger geschaffen wird. Ohne entsprechendes Karenzgeld wird die Freistellung jedoch für viele nicht leistbar sein - und im Notfall wieder automatisch zur 'Frauensache' werden", kritisiert ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits. VP-Sozialsprecher Gottfried Feurstein und sein FP-Kollege Reinhart Gaugg haben im heutigen Morgenjournal neuerlich angekündigt, dass die Familienhospizkarenz ohne entsprechendes Karenzgeld kommen werde.++++

Mit einer unbezahlten Karenz leiste die Regierung alles andere als einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit. Denn Frauen verdienen im Normalfall weniger, weshalb sich die Familien im Notfall für den Wegfall des Fraueneinkommens entscheiden würden, erklärt Csörgits. "Wir fordern demgegenüber die Einführung eines Karenzgeldes, das -unter Einhaltung einer Obergrenze - an die Höhe des Einkommens gekoppelt ist. Damit wäre die Karenz auch für Männer leistbar."

Ein weiterer Forderungspunkt des ÖGB in Sachen Familienhospizkarenz ist die Anrechnung der Karenzzeit als Ersatzzeit bei der "Abfertigung neu". "Die Familienhospizkarenz darf nicht zur 'Verbilligung' der Pflege durch eine Rückverlagerung in die Familie missbraucht werden. ArbeitnehmerInnen, die zur Begleitung ihrer schwerkranken Angehörigen in Karenz gehen, müssen entsprechend abgesichert werden", so die ÖGB-Frauenvorsitzende abschließend.(mfr)

ÖGB, 29. April 2002
Nr. 386

Bei der "Abfertigung Neu" sollen Zeiten für Kinderbetreuung auch zukünftig nicht angerechnet werden. Deswegen haben die ÖGB-Frauen zur Protestaktion aufgerufen. Unter www.oegb.at/frauen können Sie unsere Aktion unterstützen. Machen Sie mit!

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