Nebenverdienst von 45.000 Euro in 3 Monaten!

AKNÖ-Konsumentenschützer warnen vor Angeboten im Internet, die den Konsumenten das schnelle Geld versprechen.

Wien (AKNÖ) - "Mit 25 Euro können Sie innerhalb von 3 Monaten 45.000 Euro verdienen, wenn Sie einfach e-mails versenden." Mit diesem Lockangebot werden zur Zeit übers Internet Personen geködert. Ein Angebot, das besonders reizvoll ist und mit der Aussicht auf schnelles Geld, ohne "dafür jemanden etwas persönlich verkaufen oder hart arbeiten" zu müssen.
Die Konsumentenschützer der NÖ Arbeiterkammer (AKNÖ) haben dieses System ein wenig genauer unter die Lupe genommen und raten eindringlich davor ab, sich von solchen Angeboten blenden zu lassen.

Wie funktioniert dieses System?:
Man bestellt 5 "Reports", die auf einer Liste angeführt sind. In den "Reports", die man per e-mail bestellt, finden sich wertlose "Insider-Tipps" wie etwa eine Anzeigen-Platzierungs-Übersicht oder wie man kostenlos im Internet inseriert.
Das System funktioniert nach typischer Kettenbriefmanier: Man muss alle fünf Reports zum Preis von je 5 Euro bestellen. Der auf der jeweiligen Liste Erstgereihte wird so zum Empfänger der 5 Euro. Der Neueinsteiger darf jetzt seinen Namen auf die Liste setzen. Das lässt die Neueinsteiger natürlich in dem Glauben, dass auch sie bald an der Spitze der Pyramide stehen werden und schnell zu dem versprochenen Geld kommen. Doch Erfahrungen aus anderen Pyramidenspielen oder Kettenbriefen haben gezeigt, dass jeweils nur die Initiatoren viel Geld verdienen, die Leidtragenden sind die vielen kleinen "Vertriebsmitarbeiter.

Internet ein guter Nährboden für Pyramidenspiele

Für die AKNÖ-Konsumentenschützer liegt der Verdacht nahe, dass es sich bei diesem System um ein Pyramidenspiel handelt, welches in Österreich nach § 168a Strafgesetz seit 1. März 1997 verboten ist. Der Strafrahmen beträgt dabei bis zu 6 Monate, gibt es viele Geschädigte drohen bis zu 3 Jahren Haft. Dieses Verbot wurde nach jahrelangem Kampf und nach Aufdecken von über 100 Pyramiden- und Kettenspielen von den Konsumentenschützern der NÖ Arbeiterkammer durchgesetzt.
Um das Verbot nach § 168a zu umgehen, werden als Produkt die sogenannten "Reports" verwendet, die aber nur wenig nutzbringende Informationen enthalten. Warum die Betreiber von Pyramidenspielen das Internet für sich entdeckt haben, erklärt Mag. Manfred Neubauer:
"Das Internet bietet ja einige Vorteile: Zum einen die sehr große Anzahl von möglichen Teilnehmern - eine unlängst veröffentlichte Studie spricht von rund 500 Millionen Usern - , eine leichte und unkomplizierte Kommunikation und es ist keine Miete von Räumlichkeiten notwendig. Außerdem ist es im Internet weit schwerer die tatsächlichen Betreiber ausfindig zu machen."

Jugendliche als Zielpublikum

Besorgt zeigt sich Michael Dunkl, Internetexperte in der AKNÖ-Konsumentenberatung über das Zielpublikum der gewieften Betreiber:
"Da es sich wie in diesem Fall nur um eine "kleine" Summe handelt, nämlich um 25 Euro, ist dieses System für jeden leistbar. Auch für Jugendliche, die sich den Einstieg in vielen Fällen locker von ihrem Taschengeld finanzieren können. Aber eines zeigt die Erfahrung:
Wirklich viel Geld machen mit diesen Systemen immer nur die Initiatoren."

Die AKNÖ-Konsumentenschützer warnen vor verdächtigen Angeboten und Werbungen im Internet, die vielfach nur darauf sind gutgläubige Konsumenten in die Irre zu locken und ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Die AKNÖ-Konsumentenschützer fordern daher ein europaweites Verbot von unerwünschten Mails, sogenannten Spam-Mails. Denn gerade in diesen Mails wie auch im Internet findet sich eine große Anzahl von Angeboten für Neben- und Zusatzverdienste. Der Verdacht, dass es sich dabei um eine pyramiden- oder kettenbriefähnliches System handelt, liegt nahe.

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