Österreichische Biotechnologie-Industrie fordert Umsetzung der Biopatent-Richtlinie !

Rechtsunsicherheit gefährdet Wettbewerbsfähigkeit

Wien (PWK300) - "EU-weit harmonisierte und eindeutige Normen für den rechtlichen Schutz biotechnologischer Erfindungen sind für Biotechnologie-Wissenschaft und -Wirtschaft unbedingt erforderlich", appellierte Univ.-Prof. Dr. Ernst Leitner, Obmann der Arbeitsgemeinschaft Austrian Biotech Industry (ABI), an den Gesetzgeber anlässlich einer Pressekonferenz in Wien. Mit der Umsetzung der EU-Richtlinie zum Schutz biotechnologischer Erfindungen (Biopatent-Richtlinie) in österreichisches Recht könne endlich Rechtssicherheit geschaffen werden, unter welchen Voraussetzungen biotechnologische Erfindungen patentiert werden können. Derzeit gibt es jeweils nur nationale Patente, aber kein EU-Patent. Dies hemme sowohl die Wettbewerbsfähigkeit als auch die Ausschöpfung von innovativem Potenzial in der Biotechnologie.

"Wir erwarten uns durch die Biopatent-Richtlinie einen kräftigen Impuls für die Erforschung und Entwicklung hoch innovativer Arzneimittel in Österreich", so Leitner. Im patentrechtlich gesicherten Umfeld wären biotechnologische Erfindungen innerhalb der EU leichter vermarktbar. Damit könnten die hohen Forschungskosten leichter erwirtschaftet und wieder in Forschung investiert werden, was auch die Sicherung und die Schaffung von Arbeitsplätzen bedeutet.

"Dem Vorwurf, dass Stoffschutz extrem hohe Produktkosten aufgrund von übersteigerten Lizenzgebühren erzeuge, muss vehement entgegen getreten werden", so Leitner. Die Biotech-Industrie vertritt hier die Meinung, dass ohne Stoffschutz neue Medikamente nicht billiger wären, sondern dass Neuentwicklungen von der Industrie nicht mehr finanzierbar wären und damit nicht mehr durchgeführt würden. Die Biopatent-Richtlinie sorgt für Rechtssicherheit, was den Stoffschutz für biologisches Material betrifft. Grundsätzlich und für alle Materialien ist diese im weltweiten Patentabkommen festgelegt.

Biotechnologische Forschung, wie z. B. die Entwicklung von Impfstoffen, wird in Österreich schon lange und erfolgreich betrieben. Repräsentiert wird die Industriesparte Biotechnologie mit ihrem Schwerpunkt in der Humanmedizin durch etablierte Pharmaunternehmen ebenso wie durch junge innovative Biotech-Start Ups. 2001 erzielten die rund 10.000 Mitarbeiter dieses dynamischen Wirtschaftszweiges einen Umsatz von ca. 2,2 Milliarden Euro. Weltweit halten biotechnologische Produkte bereits heute einen Anteil von 20 % am Gesamtpharmamarkt, Tendenz stark steigend.

Neben dem Dauerbrenner Biotech betonte der Obmann des Fachverbandes der chemischen Industrie, Wolfgang Frank, gebe es durchaus Positives zu berichten: Das Image der chemischen Industrie habe sich in der Öffentlichkeit seit 1990 deutlich verbessert. Zu erkennen sei ein durchwegs neutraler und sachlicher Umgang mit Chemie. Das ergab eine repräsentative Umfrage, die das Marktforschungsunternehmen Fessel-GfK im Auftrag des Fachverbandes im Jänner 2002 durchführte. Vor allem in der Altersgruppe der 20 - 29jährigen ist mit einem Sympathiewert von 31 Prozent die positivste Einstellung zur chemischen Industrie zu verzeichnen. Generell ergab die Untersuchung: je höher die Schulbildung, um so höher der Anteil des Sympathiewertes (Pflichtschule: 19 %, Hochschule: 35 %).

Dieses erfreuliche Ergebnis führt der Fachverband nicht zuletzt auf das seit vielen Jahren forcierte Managementprogramm Responsible Care zurück. Responsible Care ist eine weltweite freiwillige Initiative chemischer Betriebe, die sich zum Zweck einer Verbesserung der Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltsituation strenge Selbstkontrolle auferlegt haben. (Fortsetzung) (us)

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Fachverband der chemischen Industrie
Austrian Biotech Industry
Dr. Franz Latzko
Tel.: (++43-1) 50105-3367Wirtschaftskammer Österreich

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