ÖAMTC fordert rasche Umsetzung der Mehrphasenausbildung

Unfall-Wochenende zeigt die Dringlichkeit verbesserter Fahrausbildung

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Allein drei Verkehrsunfälle junger Lenker mit insgesamt 5 Toten und 12 Verletzten am vergangenen Wochenende zeigen die Dringlichkeit der Einführung der praxisorientierten Mehrphasenausbildung. Um nachhaltige Verbesserungen zu erzielen, und damit menschliches Leid zu verhindern, müssen raschest Maßnahmen gesetzt werden", fordert Erich Sedelmayer vom ÖAMTC.

Alle drei tragischen Verkehrsunfälle junger Autofahrer wurden durch Fahrfehler oder Selbstüberschätzung verursacht. Im Burgenland schleuderte bei einem Ausweichmanöver ein mit Soldaten besetzter Pinzgauer, wobei zehn Personen verletzt wurden. In St. Ulrich am Pillersee in Tirol hat der ebenfalls junge Lenker nach einem Überholmanöver sein Fahrzeug nicht mehr unter Kontrolle, das Fahrzeug stürzte in den See und alle vier jugendlichen Insassen ertranken. Und auf der Abfahrt Gürtel der Wiener Südosttangente gab es einen Verkehrsunfall mit einem Toten, einer Schwerverletzten und einem Leichtverletzten.

"Wir müssen dort ansetzen, wo die Hauptunfallursache liegt, nämlich beim Menschen. 90 Prozent aller Unfälle haben ihre Ursache in menschlichem Fehlverhalten. Durch abgestimmten Einsatz von Feedbackfahrten, psychologischem Teil und Fahrsicherheitstraining wird es gelingen, die meisten derartigen Unfälle in Zukunft zu vermeiden", so Sedelmayer.

Obwohl der Anteil der 15- bis 24-Jährigen an der Gesamtbevölkerung nur zwölf Prozent ausmacht, stammt rund ein Viertel aller Verkehrstoten und über ein Drittel der Verletzten aus dieser Altersgruppe. Wer am Beginn seiner Mobilitätskarriere steht, macht häufig Fehler und neigt zu jugendlicher Selbstüberschätzung. Im Jahr 2001 verunglückten 17.620 junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren auf der Straße, 220 davon tödlich.

"Mit dem Projekt der Mehrphasenausbildung kann in Österreich ein gewaltiger Sprung in der Verkehrssicherheitsarbeit gelingen", argumentiert der ÖAMTC-Experte für die gesetzliche Umsetzung dieses wichtigsten Teiles des Nationalen Verkehrssicherheitsplanes. Der ÖAMTC appelliert an Regierung und Parlament, die längst fällige Beschlussfassung über die Einführung der Mehrphasenausbildung noch vor dem Sommer nachzuholen, damit das Gesetz tatsächlich am 1.1.2003 in Kraft treten kann.

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ÖAMTC-Pressestelle/Hannes Kerschl

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