Offener Hochschulzugang für Universitäten und Fachhochschulen!

ÖH Uni Wien stellt Modell für Fachhochschulreform vor

Wien (OTS) - "Längst überfällig" sei die Diskussion über faire Bedingungen für Universitäten und Fachhochschulen, äußerte heute Iris Hoheneder, Vorsitzende der ÖH Uni Wien, auf einer Pressekonferenz mit den studentischen Senatsmitgliedern Peter Prantl und Werner Hromada. Scharfe Kritik erntete Rektor Winckler für die Idee, Studierende nicht mehr aufzunehmen, die einmal an einer Fachhochschule abgewiesen wurden. "Völlig unpraktikabel" nannte dies Peter Prantl, Kuriensprecher der studentischen Senatsmitglieder: "Soll das dann nur für die eine Studienrichtung gelten, oder für alle vergleichbaren, und gilt das dann auch umgekehrt: Wer auf einer Universität eine Aufnahmeprüfung besteht, wird automatisch auf einer Fachhochschule zugelassen?"

Werner Hromada, ebenfalls Kuriensprecher der studentischen Senatsmitglieder, dokumentierte anschließend die Notwendigkeit des offenen Hochschulzuganges mittels volkswirtschaftlicher und bildungspolitischer Argumente, aber auch aus der Perspektive der Praktikabilität: "Wenn jemand zu den 50% gehört, die bei der Medizin die "Knock-Out-Prüfung" nicht bestehen, werden die natürlich nicht Slawistik oder technische Chemie studieren. Die probieren es dann bei Psychologie oder Biologie, sozusagen beim nächsten Massenstudium. Es ist klar, dass dies keinen Sinn macht!"

Die unfairen Bedingungen, denen Fachhochschulen und Universitäten unterliegen, skizzierte Hromada anhand einfacher Beispiele: "Würde die Publizistik wie eine Fachhochschule finanziert, dann würden dort statt bisher 25 zukünftig über 1000 WissenschaftlerInnen arbeiten, und die Geisteswissenschaftliche Fakultät würde statt 110 Millionen Schilling etwa 1,5 Milliarden bekommen!"

Anschließend stellte Hromada ein Modell vor, welches faire Bedingungen schaffen könne:

- Ein um Lehrende und Studierende erweiterter Fachhochschulrat solle Ziel- und Leistungsverträge mit dem Bund und Förderverträge mit den Fachhochschulen abschließen können und von einem Aufsichtsgremium kontrolliert werden.

- Qualitative und quantitative Elemente sollten in den Leistungsverträgen enthalten sein, die ähnlich wie jene der Universitäten funktionieren sollten.

- Die Fachhochschulen sollten in Zukunft selbst entscheiden können, wie viele Studierende sie aufnehmen wollen, Aufnahmeprüfungen sollten in einem ersten Schritt für mehrere Studiengänge gelten und später ganz abgeschafft werden.

"Selbstverständlich muss auch für Fachhochschulen und Universitäten ein gemeinsamer Kollektivvertrag ausverhandelt werden, sonst komme es zu Verzerrungen und Lohndumping", forderte Werner Hromada, und urgierte die Berücksichtigung all dieser Punkte im neuen Universitätsgesetz "UG 2002".

"Das UG 2002 geht bereits von der Grundstruktur in die falsche Richtung. Daher ist es unumgänglich, noch ein Mal von vorne anzufangen", so Iris Hoheneder. Es zeige sich deutlich, wie notwendig die Proteste seien, bekräftigte Hoheneder die Haltung der ÖH und kündigte weitere Maßnahmen an, wenn Gehrer nicht endlich ihre Eitelkeit zurückstelle und einlenke.

Die Unterlagen zur Pressekonferenz finden sich unter:
http://www.oeh.univie.ac.at/referate/oeffentlichkeit.htm

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Werner Hromada: 0676/ 41 89 622
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