ÖGB-NÖ Staudinger begrüßt Beschluss der NÖ Landesregierung über Auftragsvergabe bei Bauvorhaben

Langjährige Forderung der Gewerkschaft

Wien (ÖGB) - Als "Teilerfolg" wertet der Vorsitzende des ÖBG NÖ Josef Staudinger den Beschluss der NÖ Landesregierung, Aufträge bei Bauvorhaben des Landes künftig nach Gewerken und nicht an Generalunternehmen zu vergeben. "Damit wurde in einem ersten Schritt einer langjährigen Forderung der Gewerkschaft nach einer klaren Regelung im öffentlichen Vergabewesen Rechnung getragen", freut sich Staudinger. "Viele Generalunternehmen haben bisher aus Gründen der Konkurrenzfähigkeit Sub- und Subsubfirmen beauftragt. Diese sind oft aufgrund ihrer Firmenstrukturen in der Lage, Arbeitnehmerschutz-, Arbeitsrechts- und Sozialrechtsbestimmungen zu einem großen Teil zu umgehen und somit das Preisniveau zu unterbieten. Vor allem im Bauwesen hat diese Vorgangsweise viele Probleme und einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden verursacht", so der Gewerkschafter weiter.++++

In der letzten Zeit haben zu diesem Thema unter dem Titel "Schwarzunternehmertum ist Sozialraub" gemeinsame AK-ÖGB-Diskussionsrunden in allen Niederösterreichischen Bezirken stattgefunden. Interessenvertreter, Behördenvertreter, Politiker, Unternehmer und Betroffene waren eingeladen, gemeinsam alle Facetten dieser Problematik zu beleuchten und Lösungsansätze aufzuzeigen. "Der Phantasie heimische Standards zu umgehen, und damit Fiskus und Sozialversicherung um Milliardenbeträge zu prellen, sind derzeit kaum Grenzen gesetzt", kritisiert Staudinger.

"In Niederösterreich befinden sich viele Beschäftige im Bauwesen. Gerade hier drohen durch die Praktiken des organisierten Schwarzunternehmertums korrekte Betriebe und mit ihnen Tausende ArbeitnehmerInnen unter die Räder zu kommen. Diesen Trend müssen wir stoppen. Mit diesem Beschluss hat Niederösterreich einen ersten, wichtigen Schritt getan. Wir werden jedenfalls alles daran setzten, dass unsere Forderung nach einer einheitlichen gesetzlichen Regelung in ihrer Gesamtheit umgesetzt werden kann", schließt der Gewerkschafter.

ÖGB, 29. April 2002
Nr. 384

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