Pittermann: Optimale Versorgung neurologischer PatientInnen

Kompetenzzentrum Rosenhügel feiert 90-jähriges Bestehen

Wien, (OTS) In einem Festakt feiert das Neurologische Krankenhaus der Stadt Wien - Rosenhügel das 90 Jahre-Jubiläum seiner Gründung sowie das 50 Jahr-Jubiläum als Schlaganfallzentrum.

Wiens Gesundheitsstadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann-Höcker erinnerte an den Stifter des Krankenhauses, Baron Nathaniel Freiherr von Rothschild, und an die jüdische Tradition der Wohltätigkeit: "Der Stiftungsbrief aus dem Jahr 1912 nennt ausdrücklich - "mittellose Nervenkranke österreichischer Staatsbürgerschaft ohne Rücksicht auf Nationalität, politische Richtung und Konfession" - die Aufnahme finden sollen. Diese Solidarität und die Orientierung auf das Gemeinwohl besitzt auch heute seine Gültigkeit, gerade wenn es um die Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen, in diesem Falle um die Versorgung neurologischer PatientInnen geht."

Der Ruf nach "mehr Privat - weniger Staat" werde auch in der Gesundheitspolitik immer lauter, deshalb sei es wichtiger denn je, auf die Grundwerte der Solidarität und Gemeinwohlorientierung zu erinnern. Gesundheit dürfe nicht zur Privatsache werden, dies gelte insbesondere bei der Behandlung neurologischer PatientInnen, warnte Pittermann.

Neurologisches Kompetenzzentrum

Ausgehend von einer privaten Stiftung hat sich das Krankenhaus Rosenhügel zu einem neurologischen Schwerpunktkrankenhaus ersten Ranges entwickelt. Mit der I. und II. Neurologischen Abteilung, der Neuropsychiatrischen Abteilung für Kinder und Jugendliche mit Behindertenzentrum, den Spezialambulanzen der Abteilungen sowie dem neuroradiologisch orientierten Röntgeninstitut präsentiert sich der "Rosenhügel" als neurologisches Kompetenzzentrum.

Entsprechend dem LKF-Phasenmodell ermöglicht die integrative Organisationsstruktur des neurologischen Schwerpunkt-Krankenhauses eine schweregrad- und krankenverlaufsbezogene Betreuung neurologischer PatientInnen im Kindes-, Jugendlichen- und Erwachsenenalter. Die akute Versorgung rund um die Uhr wird im Bereich von Intensivstation, Stroke Unit, Normalstation ermöglicht, die postakute Nachbetreuung erfolgt an Stationen mit neuro-rehabilitativem Schwerpunkt. Die Spezialambulanzen sind Ansprechpartner in differentialdiagnostischen und therapeutischen Fragestellungen.

Der "Rosenhügel" als Schlaganfall-Kompetenzzentrum ist in der Stroke Unit-Organisation des Wiener Rettungsverbundes voll integriert und versorgt jährlich über 800 SchlaganfallpatientInnen in der Akutphase der Erkrankung sowie im Rahmen der neuropsychologisch orientierten Frührehabilitation. Weitere Hauptschwerpunkte betreffen PatientInnen mit Morbus Parkinson, entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems, Multipler Sklerose, Epilepsien, radikulären Syndromen, Polyneuropathien und Demenzen.

50 Jahre Schlaganfallzentrum

Bereits 1952 entstand am "Rosenhügel" die erste Schlaganfallstation Österreichs. Die Besonderheit lag darin, dass sie von einem Neurologen geführt, aber von Internisten, Augenärzten, Orthopäden, Physiotherapeuten, Logopäden und Neuroanatomen mitbetreut wurden. Im Sinne dieses ganzheitlich integrativen Versorgungskonzeptes hat sich die Betreuung von SchlaganfallpatientInnen weiterentwickelt: Die durchgehende Versorgungskette beinhaltet die Möglichkeiten der Neuro-Intensivmedizin, Intermediate Care, Stroke Unit, der postakuten Nachsorge im Sinne der Frührehabilitation. "Die gute Zusammenarbeit des Teams ist entscheidend, welches die Gesamtpersönlichkeit des Patienten, sein persönliches Umfeld sowie die Einbeziehung der Bezugspersonen berücksichtigen muss", hob der Ärztliche Direktor und Abteilungsvorstand Univ.-Prof. Dr. Gernot Schnaberth hervor.

Das Neurologische Krankenhaus der Stadt Wien Rosenhügel erfüllt als spezialisierte Sonderkrankenanstalt die von der WHO geforderten Standards, den Schlaganfallpatienten in jeder Phase des Krankheitsverlaufs die dem heutigen Wissensstand anerkannte adäquate Betreuung zukommen zu lassen. Zeitgemäße Schlaganfallversorgung zählt zu den medizinischen Spitzenleistungen und ist personal- und kostenaufwendig. Internationale Studien der letzten Jahre belegen hinreichend, dass auf einer neurologischen Schlaganfallstation betreute Schlaganfallpatienten eine um bis zu 21 Prozent geringere Mortalitätsrate und eine um 25 Prozent kürzere Hospitalitätsrate aufweisen.

Festschrift Neurologie Rosenhügel - Rothschild Stiftung

Anlässlich der beiden Jubiläen liegt eine von den Autoren Dr. Ruth Koblizek und Univ.-Prof. Gernot Schnaberth verfasste Festschrift vor. Die Jubiläumsschrift will nicht nur die Entstehungsgeschichte der Krankenanstalt darstellen, sondern will insbesondere der Familie Rothschild gedenken, die dies Anlage erbauen ließ. Auf 100 Seiten finden sich ein Abriss der Familiengeschichte der Rothschilds, eine Architekturgeschichte der Gebäude der Nervenheilanstalt Rosenhügel und ein Überblick über die wechselvolle Geschichte des Krankenhauses bis zur Gegenwart.

Allgemeine Informationen:

o Neurologisches Krankenhaus Rosenhügel:
http://www.health.magwien.gv.at/kav/nkr/

(Schluss) uls

Rückfragen & Kontakt:

http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Dr. Lisa Ulsperger
Tel.: 53 114/81 238
lisa.ulsperger@ggs.magwien.gv.at

PID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK