Mediation statt Aggressionen in der Schule

Wien (OTS) - Der Amoklauf im deutschen Erfurt hat auf erschreckende Weise klar gemacht, wie weit Aggression führen kann. Zweifellos war dies kein alltägliches Ereignis. Doch schon wenn zwei vor lauter Gebrüll einander nicht mehr verstehen, oder sich in stiller Wut nur mehr anschweigen, dann ist es an der Zeit, etwas zu unternehmen. Aggression ist ein vergeblicher Versuch, Konflikte zu lösen. Konflikte erzeugen nicht nur Angst oder Lernstörungen, sondern auch Stress, Sucht und sogar Krankheit. "Das Jugendrotkreuz ist um die Gesundheit bemüht. Dazu gehört auch die seelische Gesundheit, gerade von Kindern und Jugendlichen", sagt Mag. Andrea Lehner von der Servicestelle GIVE des Österreichischen Jugendrotkreuzes.

Dass Konflikte ohne Gewalt lösbar sind, ist Teil eines Schulprojekts des Österreichischen Jugendrotkreuzes. Ziel ist es laut Lehner, mit Hilfe von SchülerInnen-Mediatoren das gesamte Schulklima zu verbessern. Diese bemühen sich um eine bessere Konfliktbewältigung zwischen Schülern, Klassengemeinschaften und LehrerInnen. Schüler als Mediatoren werden von den Schulkollegen leichter akzeptiert und finden leichter Zugang zu den Konfliktpartnern.

In Linz ließen sich am Schulzentrum der Kreuzschwestern im Rahmen eines später preisgekrönten Pilotprojekts rund 70 SchülerInnen in 20-stündigen Workshops von Psychotherapeuten zu Mediatoren ausbilden. Sie haben sich als Vermittler zwischen Konfliktparteien bewährt und auch selbst profitiert: "Man übernimmt das Gelernte in seine eigene Wertvorstellung. Ich ertappe mich dabei, wenn ich auch daheim streite, dass ich sage: "Versuch dich in den anderen hineinzuversetzen. Verwende keine Schimpfwörter. Wie war es wirklich", berichtet eine Mediatorin.

Schwierigkeiten und Probleme zu überwinden, gehört zum Alltag auch von Jugendlichen. Friedenserziehung ist dem Jugendrotkreuz ein besonderes Anliegen. Jeder Einzelne kann seinen Beitrag zu einem friedfertigen Miteinander leisten. Niemand muss gleich den Weltfrieden herbeiführen, aber kann viel zum gewaltfreien Umgang miteinander im Alltag beitragen.

Lehner: "Mit dem Projekt der SchülerInnen-Mediatoren werden Lebenskompetenzen gefördert, also unter anderem Konfliktfähigkeit, Selbstsicherheit und soziales Verantwortungsbewusstsein. Soziale Gesundheit wiederum ist eng verbunden mit physischer und psychischer Gesundheit. Diesen ganzheitlichen Begriff von Gesundheit zu vermitteln, haben sich das Jugendrotkreuz und die Servicestelle GIVE zur Aufgabe gemacht."

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