"Kleine Zeitung" Kommentar. "Die Unschuld" (von Othmar Wagner)

Ausgabe vom 29.4.2002

Graz (OTS) - Jubel, Jubel, das Steuerjoch wird leichter! Nach dem Schmerzensjahr 2001, in dem wir für das Nulldefizit "brennen" durften wie die Luster und noch nie dagewesene 45,9 Prozent des erwirtschafteten Bruttoinlandsprodukts an die Finanz abliefern mussten, wird die Abgabenquote heuer sinken, und zwar auf 45 Prozent, was immer hin bedeutet, dass uns zwei Milliarden Euro mehr in der Tasche bleiben. Finanzminister Karlheinz Grasser hat es gestern verkündet. Zwei Milliarden Entlastung, und das ohne die Steuerreform, mit der die FPÖ zwar angeblich schwanger geht, die auszutragen sich der Minister aber ziert wie die Unschuld vom Lande.

Grasser hat es bloß vermieden, die zwei Gründe für das Abnehmen der Steuerlast zu nennen: Um sein geliebtes Nulldefizit zu erreichen, hat er Belastungen in das vergangene Jahr vorgezogen. Dieser steuerliche Sondereffekt fällt heuer weg. Und im übrigen ist es die schwache Konjunktur, die das Steueraufkommen sinken lässt.

Falls es überhaupt noch eine Frage war, für wie dumm uns der Finanzminister hin und wieder verkaufen will, seit gestern ist die Antwort endgültig klar: Für ziemlich. ****

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