Dirnberger und Gajdosik gegen billige Polemik und falsche Zahlen bei der Lohnnebenkosten-Diskussion

Senkung der Lohnnebenkosten ist "Umverteilung nach oben"

Wien (OTS) - Der Slogan der Wirtschaftskammer "Senkung der Lohnnebenkosten schafft Arbeitsplätze" ist Bauernfängerei und billige Polemik. In erster Line bringt eine Senkung der Lohnnebenkosten mehr Geld in die Taschen der Konzerne. Mit diesen Worten kritisieren heute die AK-Vizepräsidenten Alfred Dirnberger (NÖ) und Alfred Gajdosik (Wien), beide ÖAAB-FCG-Fraktion, die laufende Kampagne der Wirtschaftskammer zur Senkung der Lohnnebenkosten. Die ins Spiel gebrachten Varianten einer Senkung der Lohnnebenkosten führen zu Sozialabbau und einer "Umverteilung nach oben", betonen Dirnberger und Gajdosik.

Zum Argument der Wirtschaftskammer, dass eine Senkung der Lohnnebenkosten die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Unternehmen stärken würde, klärt Dirnberger auf: "Nicht die absolute Höhe der Lohnnebenkosten entscheidet neben anderen, wichtigen Fragen wie der Kommunikations- und Infrastruktur eines Landes, über die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft, sondern die Lohnstückkosten. Diese Lohnstückkosten haben sich in den vergangenen Jahren im Vergleich zu den wichtigsten Handelspartnern Österreichs positiv entwickelt, von 1990 bis 1999 sind sie sogar um beinahe 8% gefallen.

Austrian Business Agency (www.aba.gv.at) : Lohnnebenkosten bei Arbeitern 32,43%, bei Angestellten 29,68%

Was Dirnberger bei der Argumentation der Wirtschaftskammer besonders stört ist deren Politik der Desinformation. So werden in der laufenden Diskussion von der WK für die Höhe der Lohnnebenkosten Prozentsätze angegeben, die einfach nicht stimmen. In den Berechnungen der Unternehmer werden immer wieder das Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu den Lohnnebenkosten gezählt, die nicht in irgendwelche Sozial- oder Steuertöpfe fließen, sondern direktes Einkommen der ArbeitnehmerInnen sind. Dirnberger: "Wieso ein Lohnbestandteil auf einmal Nebenkosten zum Lohn sein soll, müssen uns jetzt die Vertreter der Unternehmer schon erklären." Auch weist Dirnberger darauf hin, dass in Unterlagen der Austrian Business Agency (ABA) - Österreichs offizieller Ansiedelungsberater -ausländische Firmen mit der Angabe von niedrigen Lohnnebenkosten zur Betriebsansiedelung motiviert werden. Auf der Homepage der ABA werden zum Bereich "Löhne und Gehälter (Quelle: Wirtschaftskammer Österreich)" die Löhne und Gehälter und schließlich die Lohnnebenkosten mit 32,43 % vom Lohn für Arbeiter und mit 29,68% vom Gehalt für Angestellte angegeben. Keine Rede von den von der Wirtschaftskammer immer wieder kolportierten Größenordnungen um die 100 %.

Bundesregierung provozierte durch Senkung von Lohnnebenkosten Kündigung kranker ArbeitnehmerInnen

Wie kontraproduktiv die Regierung bei der Senkung der Lohnnebenkosten vorgeht zeigt, so Gajdosik, das Vorgehen bei der Abschaffung des Entgeltfortzahlungsfonds. Unter dem Slogan "Senkung der Lohnnebenkosten" wurde im Jahr 2001 der Entgeltfortzahlungsfonds mit verheerenden Folgen für die Arbeitnehmer aufgelöst. Im Falle von Krankenständen werden Arbeitnehmer jetzt immer öfter gekündigt, da jetzt für die Fortzahlung des Gehaltes nicht mehr der Fonds aufkommt, sondern der Arbeitgeber. Die direkte Belastung der Arbeitgeber und die Kündigung kranker Arbeitnehmer hat die Bundesregierung damit geradezu vorprogrammiert und provoziert.

Leitl will von Arbeitnehmern 45 Millionen Euro für Versicherung der Gewerblichen Wirtschaft

Worum es der Wirtschaftskammer bei der Senkung der Lohnnebenkosten geht, ist ganz klar: Um ein Überwälzen von Belastungen auf die Arbeitnehmer. Dies belegt Dirnberger mit einem weiteren Vorhaben der WKÖ. Nach dem Wunsch von WK-Präsident Leitl soll die Mindestbeitragsgrundlage in der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft für Unternehmer ab 2003 von 1045 Euro auf 537 Euro gesenkt werden. Einen Teil des Ausfalls der Einnahmen, nämlich 45 Millionen Euro, will sich Leitl von den ASVG-Versicherten holen. Das Geld fordert er als Ausgleich, so die "schräge" Argumentation Leitls, für die sog. Wanderungskosten, wenn ASVG-Versicherte selbständig werden und in die SVG wechseln.

Rückfragen & Kontakt:

Alfred Gajdosik,
Tel. 0664-3831295
Alfred Dirnberger,
Tel. 01-58883-1706

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKD/AKD/OTS