Dringliche Anfrage der FPÖ zur Zukunft der Sofiensäle!

Wien, 2002-26-04 (fpd) - Im folgenden zu Ihrer Information die heute im Wiener Landtag zur Debatte stehende dringliche Anfrage der Wiener FP-Gemeinderatsfraktion an LH Dr. Häupl betreffend der Zukunft der Sofiensäle im Wortlaut. ****

D r i n g l i c h e A n f r a g e der FPÖ-Gemeinderäte Heinz-Christian Strache und Ing. Gunther Wolfram betreffend der Zukunft der Sofiensäle in Wien.

Die Rettung der Sofiensäle ist für die Stadt Wien kulturelle und historische Verpflichtung!

Die Wiener Sofiensäle sind als kulturhistorische Institution ein wesentliches Kulturgut dieser Stadt. Die klassizistischen Sofiensäle, im Volksmund auch liebevoll "Sofie" genannt, wurden bereits im Jahre 1826 unter dem Tuchscherergehilfen Franz Morawetz als Eigentümer errichtet. Nach dem Umbau 1838 dirigierte Johann Strauß Vater den Ball zur Eröffnung.

1864 wurde der Walzer "Morgenblätter" von Johann Strauß Sohn im Rahmen des Concordiaballs uraufgeführt. Die Sofiensäle waren bis in die jüngste Zeit Veranstaltungsraum für wesentliche Ereignisse des kulturellen Schaffens dieser Stadt.

Im August des Vorjahres hat ein verheerender Brand - dessen Ursache bis heute noch nicht restlos aufgeklärt wurde - die Sofiensäle massiv zerstört. Die Eigentümer haben seitdem alle nicht-denkmalgeschützten Teile niederreißen und einzig den Ballsaal stehen lassen.

Die Entscheidung des Bundesdenkmalamtes vom 16. April 2002, die Reste der Sofiensäle weiter unter Denkmalschutz zu stellen, war für uns Freiheitliche jedenfalls ein Grund zur Freude aber auch zur Besorgnis, da der Betreiber bereits festgestellt hat, dass er nicht bereit sei, die Sofiensäle wiederherzustellen.

Die gefertigten Gemeinderäte stellen daher gemeinsam mit den Mitunterzeichnern gemäß § 36 der Geschäftsordnung für den Gemeinderat der Stadt Wien an den Herrn Bürgermeister nachfolgende

D R I N G L I C H E A N F R A G E :

1.Welche Bedeutung messen Sie den Sofiensälen als Teil der kulturellen Identität dieser Stadt bei?

2.Welchen Standpunkt haben die Vertreter der Stadt Wien im Denkmalbeirat des Bundesdenkmalamtes eingenommen?

3.Haben Sie als Vertreter Wiens Stellungnahmen gegenüber dem Bundesdenkmalamt auf Grund der Empfehlung des Denkmalbeirates zur Aufrechterhaltung des Denkmalschutzes abgegeben?

4.Welche konkreten Schritte wurden seitens der Stadt Wien seit dem Brand der Sofiensäle unternommen, um im Zusammenwirken mit dem Bundesdenkmalamt Maßnahmen zur Bewahrung der Bausubstanz der Sofiensäle anzuregen?

5.Hat es seit dem Brand der Sofiensäle Gespräche mit den Eigentümern der Sofiensäle über die weitere Zukunft der historischen Bausubstanz im Rahmen eines Gesamtprojektes gegeben?

6.Falls ja, welchen Inhalt hatten diese Gespräche bzw. zu welchen Ergebnissen haben die Gespräche geführt?

7.Falls nein, warum nicht?

8.Sind Sie bereit, mit Bund und Eigentümer über eine zukünftige Gestaltung und Finanzierung der Sofiensäle in Gespräche einzutreten?

9.Sind Sie bereit, sich für das Zustandekommen einer Sonderfinanzierung gemeinsam mit dem Bund - neben einer allfälligen Mittelaufbringung durch den Altstadterhaltungsfonds - im Rahmen eines weitergehenden Gesamtprojektes einzusetzen, um den Erhalt und die Wiedererrichtung der denkmalgeschützten Teile der Sofiensäle zu ermöglichen?

10.Sind Sie bereit, im Rahmen eines Runden Tisches Bund, Land, Eigentümer, Vertreter der im Rathaus vertretenen Parteien sowie Vertreter interessierter Gruppen, wie Bürgerinitiativen, zu gemeinsamen Gesprächen über die Zukunft der Sofiensäle einzuladen?

11.Wenn ja, wann?

12.Wenn nein, warum nicht?

13.Sehen Sie die Möglichkeit für Initiativen zur Gewinnung von finanzkräftigen Investoren für ein anzustrebendes Bauprojekt unter Einbeziehung der historischen und denkmalgeschützten Teile der Sofiensäle? (Schluß) jen

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