Schicker: Hochhauskonzept schafft klare Richtlinien

Wien (OTS) Nach einer intensiven Diskussionsphase in der Öffentlichkeit, mit ExpertInnen und innerhalb der politischen Fraktionen soll heute das Wiener Hochhauskonzept im Gemeinderat beschlossen werden. "Damit hat die Wiener Stadtregierung ein weiteres ihrer "100 Projekte für Wien" realisiert. Erstmals werden Richtlinien für den Hochhausbau in Wien vorgelegt", so Wiens Planungsstadtrat Rudolf Schicker. Das Hochhauskonzept sei keine "Verordnung darüber, wo Hochhäuser stehen noch wie sie aussehen sollen", sondern lediglich die Schaffung verbindlicher Kriterien für die BürgerInnen, für die Verwaltung und für potenzielle Investoren.****

Wien wolle mit dem Hochhauskonzept nicht in eine Städtekonkurrenz mit "klassischen" Hochhausstädten wie New York oder Hongkong eintreten. "Die internationale Konkurrenz soll mehr im qualitativen denn im quantitativen Bereich stattfinden. Jedenfalls aber will die Stadt Wien keine Geschmackspolizei einrichten, die über die Architektur hoher Bauten zu befinden hat", so Schicker weiter. Klar müsse aber jedem Investor und Planer sein, dass bestehende klassische Sichtverbindungen ungestört bleiben müssen. Klar ist auch, dass Hochhäuser weder inmitten historischer Bauten noch auf der grünen Wiese errichtet werden sollen. Hochrangige Verkehrsanbindungen wie etwa eine U-Bahnlinie oder die Erreichbarkeit durch wenigstens zwei Straßenbahnlinien müssen gegeben sein; das Limit für die Verkehrserzeugung durch den Individualverkehr sei mit 25 Prozent bewusst niedrig angesetzt, "damit sollen Hochhäuser auch einen Beitrag zur Erzielung wichtiger verkehrspolitische Zielsetzungen leisten.", so Schicker.

Gemäß einer 10-Punkte-Checkliste muss neben der Erfüllung stadtstruktureller Bedingungen auch ein positiver gutachterlicher Befund nachgewiesen werden. Für den Bereich des Gürtels, also dort, wo Wiens große Gründerzeitviertel liegen, wird eine "Hochhausbauhöhe" von 35 Metern ermöglicht, ohne zusätzliche Hochhausauflagen erfüllen zu müssen.

Gleichzeitig werde, so Schicker weiter, großer Wert auf eine umfassende BürgerInneninformation und -beteiligung gelegt. Investoren werden in die Pflicht genommen, nicht nur städtebauliche Leitbilder als Grundlage für die Genehmigung eines Projekts vorzulegen, sondern die betroffene Bevölkerung bereits von Anbeginn an umfassend zu informieren und in den Prozess einzubinden. Schicker:"Die Projekte müssen so, wie sie eingereicht und mit den AnrainerInnen diskutiert werden, umgesetzt werden." Für die Bereiche Messe - Stadion -Donaubrücke, Bahnhof Wien - Arsenal - Aspangbahnhof - Neu Erdberg-Simmering, Zentralbereich Floridsdorf sowie Zentralbereich Kagran-Donaufeld wird die Stadt Wien selbst städtebauliche Leitbilder erarbeiten.

Abschließend dankte Schicker den MitarbeiterInnen der zuständigen Magistratsabteilungen, "die mit der Erstellung des Konzepts ganze Arbeit geleistet haben". "Hochhäuser haben eine hohe Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung in einer Stadt. Mit dem Hochhauskonzept finden Investoren nunmehr ganz genau festgelegte Kriterien vor, die für sie nicht nur Verpflichtung bedeuten, sondern durch die definitiven Rahmenbedingungen auch Sicherheit bieten", schloss Schicker. (Schluss) gb

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