Die VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz - vergrößern das Areal des TANZBÄRENPARK im bulgarischen Belitza um weitere 6,5 ha.

Damit wird die Aufnahme der letzten zwölf offiziell registrierten Tanzbären in eine einzigartige, naturnahe Heimat möglich!

Wien/Belitza (OTS) - Mit dem heutigen Spatenstich für die Erweiterung des derzeit 1,1 ha umfassenden Areals auf insgesamt 7,6 ha beginnt eine neue Phase des Projektes: "Alle im bulgarischen Bundesministerium für Umwelt und Wasser offiziell registrierten Tanzbären sollen Platz im Bärenschutzzentrum TANZBÄRENPARK finden", betont VIER PFOTEN-Projektleiter Josef Pfabigan. Finanziert wird der Ausbau gemeinsam von den VIER PFOTEN und der Foundation Brigitte Bardot, wobei Projektkosten von ca. 750.000 Euro veranschlagt wurden. Das Tanzbärenprojekt wird in Kooperation mit dem Ministerium für Umwelt und Wasser und der örtlichen Gemeinde realisiert. Eröffnet wurde der erste Teil des TANZBÄRENPARK im November 2000 bei Belitza, 200 km südlich und damit ca. zwei Autostunden von der Hauptstadt Sofia entfernt. Die drei Bären Stefan, Mariana und Kalinka waren die ersten Bewohner des TANZBÄRENPARK. Im darauffolgenden Jahr wurden mit Bobby, Goscho und Stanka drei weitere Tiere in ihre neue, artgerechte Heimat übersiedelt.

Tragische Bärenschicksale in Bulgarien

Bulgarische Tanzbären werden von ihren Besitzern in jungen Jahren auf heiße Blechplatten gestellt und dazu gezwungen, artfremde Bewegungsabläufe zu immer gleicher Musik zu wiederholen. Später müssen sie diese tanzähnlichen Bewegungen zur Belustigung der Bevölkerung und von Touristen vollführen. Gezüchtigt werden die bedauernswerten Bären durch schmerzhafte Nasenringe. "Ein Ruck an dieser, für Bären sehr empfindsamen Stelle bedeutet für die Tiere unsagbare Qualen", ist VIER-PFOTEN-Projektleiter Josef Pfabigan entsetzt über die grausame Behandlung, die Tanzbären erfahren. Von tierquälerischen Lebensumständen und chronischer Mangelernährung gezeichnet, werden alle neuen Bewohner des TANZBÄRENPARK umfassend medizinisch versorgt. Im Bärenschutzzentrum wird der grausame Leidensweg der gequälten Bären endlich beendet: Bulgarien ist eines der letzten Länder Europas, in denen es immer noch Tanzbären gibt, obwohl es bereits seit 1993 ein gesetzliches Haltungsverbot gibt.

VIER PFOTEN schaffen Paradies für gequälte Bären

Bären, die schlecht gehalten werden, entwickeln oft schwere Verhaltensstörungen. Der TANZBÄRENPARK ermöglicht durch die örtlichen Begebenheiten, dass die Tiere ihre natürlichen Verhaltensweisen wieder bestmöglich ausleben können. Dichte Waldbereiche und Winterhöhlen für den Rückzug, sowie großzügig angelegte Wasserbecken sorgen für ein bärengerechtes Umfeld. Da in freier Wildbahn die Nahrungssuche einen Großteil des Tages in Anspruch nimmt, wird auch im TANZBÄRENPARK das Futter aufwändig versteckt, um die Tiere sinnvoll zu beschäftigen.

VIER PFOTEN schaffen Wertschöpfung für die Region

Profitiert hat durch die Errichtung des TANZBÄRENPARK vor allem auch das nahegelegene Dorf Belitza: Die Arbeitslosenrate bei den ca. 4.000 Einwohnern lag vor Eröffnung des TANZBÄRENPARK im Jahr 2000 bei über 50 Prozent. "Staatliche Zuschüsse für Instandhaltungsarbeiten an Strassen oder Gemeindegebäuden gab es zuvor seit über vierzig Jahren nicht mehr", beschreibt Pfabigan die Situation vor Ort. Einige Arbeitsplätze wurden sofort geschaffen: Ausgebildet von den VIER PFOTEN Tierpflegern betreuten von Beginn an lokale Pfleger die Bären. Außerdem werden die gesamte Nahrung der Bären und alle Anschaffungen für das Bärenschutzzentrum nach Möglichkeit im Dorf Belitza getätigt. Heute verzeichnet der TANZBÄRENPARK bis zu 200 Besucher wöchentlich. Von dem in der Region entstandenen Tourismus profitiert auch die lokalen Bevölkerung.

Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN wurde im Frühjahr 1988 von Helmut Dungler in Wien als Verein gegründet und finanziert sich seit damals ausschließlich durch private Spendengelder. Rund 45 Millionen Schilling wurden im Jahr 2000 als Spendengelder lukriert, wovon der Großteil für konkrete Projekte und laufende Kampagnen im In- und Ausland verwendet wurden. Das übrige Budget floß in Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärungsarbeit. Erschreckende Ergebnisse brachte zu Beginn des heurigen Jahres die umfassende Recherche über Schweinehaltung in Österreich, die in die Aufdeckung des Schweineskandals in Österreich und Bayern mündete. Die unabhängige Stiftung wurde 2001 als einzige Tierschutzorganisation mit dem Spendengütesiegel ausgezeichnet: Die VIER PFOTEN verfügen mittlerweile über Büros in Deutschland, Rumänien und der Schweiz. Derzeit arbeiten in Österreich 32 fix angestellte Mitarbeiter und eine große Anzahl an freiwilligen Helfern mit Verbesserungen in der Tierschutzgesetzgebung zu erreichen und Konsumverhalten sowie Bewußtsein der Bevölkerung positiv zu beeinflussen.

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