"Kleine Zeitung" Kommentar: "Leidensgenossen" (von Hubert Patterer)

Ausgabe vom 26.04.2002

Graz (OTS) - Alfred Gusenbauer und Susanne Riess-Passer haben ja weder lebensgeschichtlich noch ideologisch allzu große Schnittmengen, aber eines teilen die beiden: das Los, in ihrer Führungsrolle wiederholt in Frage gestellt und geschwächt zu werden von den eigenen Reihen.

Wenn jemand wie die Salzburger SP-Hoffnungsträgerin Gabi Burgstaller dafür plädiert, den Spitzenkandidaten in ein nicht vorhandenes "Team" einzubetten und ihm Flankenschutz zu gewähren, dann heißt das nichts anderes als dass Gusenbauer allein nicht genügend Zugkraft zugesprochen wird.

Selbstruinös oft muss der SPÖ-Chef ausrücken und bekräftigen, er sei die Nummer eins. Das kostet Kraft und Autorität. Über diese Selbstschwächungen muss Alfred Gusenbauer auch noch drüberlächeln, weil die Berater sagen, er müsse mehr lächeln, um weicher zu wirken.

Susanne Riess-Passer ergeht es nicht viel besser. Der, dem sie politisch alles verdankt, desavouiert sie mit offener Illoyalität. Eineinhalb Monate vor dem für sie so wichtigen FP-Parteitag muss sich die Obfrau aus dem Muezzin eines arabischen Propagandasenders anhören, dass Jörg Haider wieder einmal "bereit" sei.

Es wundert einen, dass sie es noch ist. ****

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