DER STANDARD-Bericht: "Aus Fusion entsteht ein Förderriese: Finanzierungsgarantiegesellschaft FGG, Bürges, AMF und ERP-Fonds sollen unter einen Hut"

Erscheinungstag 26.4.2002

Wien (OTS) - Die heimische Wirtschaftsförderung soll umgekrempelt werden. Neben der Finanzierungsgarantiegesellschaft FGG, der Bürgesbank für Klein- und Mittelbetriebe und dem ERP-Fonds soll auch noch die Arbeitsmarktförderung (AMF) aus dem Wirtschaftsministerium unter einen Hut namens "Wirtschaftsförderung-Austria GmbH". Offen ist noch, in welchem Umfang dabei Wirtschaftsminister Martin Bartenstein wirtschaftspolitische Kompetenzen an Finanzminister Karl- Heinz Grasser abgibt.

Auf Standard-Anfrage heißt es dazu im Finanzministerium, "Grasser habe sich maßgeblichen Einfluss gesichert. Es sei aber sichergestellt, dass nur in beiderseitigem Einvernehmen agiert werden könne." Dies ist nicht unwesentlich, weil es bei den vier verschiedenen Förderinstrumentarien, die nunmehr unter ein Dach sollen, fast um die gesamte österreichische Wirtschaftsförderung handelt.

Würde diese in Grassers Oberhoheit abwandern, hätte dieser einen dicken Fisch und Bartensteins Fördersilber an Land gezogen. Die drei - bei Bartenstein angesiedelten erfolgreich agierenden - Instrumente verfügen nämlich über pralle Fördersäcke und klare Zielvorgaben. Die haus- interne Arbeitsmarktförderung (AMF) hatte laut Ministerium 2001 mehr als 50 Mio. " zur Verfügung, womit unter anderem die Innovationsförderung sowie Unternehmensansiedlungen bzw. -großprojekte gespeist wurden.

Die Bürges hat heuer ein Zuschussbudget von fast 40 Mio. Euro, das sich seit Jahren Klein- und Mittelbetriebe abholen.

Und der ERP-Fonds hat als größte heimische Industrieförderinstitution ein autonomes Vermögen von 411 Mio. " vorzuweisen, womit vor allem Unternehmen mit großen Regional- und Technologieprojekten gepusht werden.

Nur bei der - schon derzeit in Grassers Ressortzuständigkeit -stehenden FGG sind die Polster dünn. Die FGG hat fast sämtliche Venture-Fonds garantiert. Mit einer schwachen Performance der New Economy könnte Verlustpotenzial gegeben sein, heißt es. Sollten die Institutionen auch räumlich zusammengefasst werden, wird es jedenfalls nicht billiger. Die FGG ist erst kürzlich um teures Geld in den Gasometer umgezogen. ERP- Fonds und Bürges sitzen billig in Bundesgebäuden. (red)

Rückfragen & Kontakt:

Der Standard
Tel.: (01) 531 70/428

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PST/PST/OTS