Unternehmensberater und Betriebsräte wollen Barrieren abbauen

GPA/WK-Enquete soll Wege zu besserer Kooperation eröffnen

Wien (GPA/WK). Wissensdefizite zu reduzieren, Barrieren abzubauen und künftig Wege einer besseren Kooperation im Interesse der Beschäftigten zu finden, waren die Ziele einer von der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) und der Fachgruppe Unternehmensberater der Wirtschaftskammer Wien veranstalteten Enquete.++++

"Den Unternehmensberatern werden oftmals reine Profitmaximierung und Arbeitskraft-Minimierung vorgeworfen und Betriebsräte werden oft als Blockierer und Verhinderer in der Öffentlichkeit dargestellt. Beide Meinungsbilder sind falsch", betont der Fachgruppenvorsteher der Wirtschaftskammer, Dkfm. Robert Hotter, in seiner Begrüßungsrede. Hotter plädiert deshalb dafür, bei Problemen im Unternehmen früher die Dienste von professionellen Unternehmensberatern in Anspruch zu nehmen.

Erfahrungen aus der Praxis hätten eindeutig gezeigt, dass ein Beratungsprojekt, wo der Berater schon sehr früh beigezogen wird, erfolgsversprechender ist. Hotter erteilt auch einer Strategie, Kosten nur über den Abbau von Mitarbeitern zu optimieren eine Absage. Voll und ganz unterstützt er das beim EU-Gipfel in Barcelona formulierte Ziel, Arbeitnehmer stärker bei Umstrukturierungen von Unternehmen einzubinden.

Karl Proyer, Geschäftsbereichsleiter in der GPA, will den Erfolg von Unternehmensberatern vor allem an den Ergebnissen messen. Kriterien für eine positive Beurteilung einer Beratertätigkeit seien für ihn die Faktoren Beschäftigungssicherheit, Beschäftigungsfähigkeit (Qualifikation) und Entwicklungsmöglichkeiten von Arbeitnehmern. Was das Verhältnis zwischen Unternehmensberatern und Betriebsräten betrifft, so müsse man auch dafür Verständnis haben, wenn Belegschaftsvertreter in manchen Fällen die Berater eher als Kontrahent sehen, nämlich dann, wenn sich Berater für eine Legitimation einer reinen Abbaustrategie missbrauchen lassen. Es gebe aber viele Beispiele einer positiven und konstruktiven Zusammenarbeit.

Gerne will Proyer in eine intensivere Diskussion mit der Interessenvertretung der Unternehmensberater über die Sicherung von Ethik-Standards bei Umstrukturierungsprozessen eintreten. Man sollte aber nicht den Fehler machen, unterschiedliche Interessen zu negieren. Allein durch die primäre Aufgabe von Betriebsräten, die Interessen der Beschäftigten im Unternehmen zu vertreten, seien unterschiedliche Standpunkte unvermeidlich. Die volle Entfaltung der Mitbestimmungsmöglichkeiten der Betriebsräte sei für die Gewerkschaft von zentraler Bedeutung. Dort, wo bestimmte Standards der Mitbestimmung gesichert seien, werde es auch zu einer Intensivierung der Kooperation kommen, so Proyer abschließend.

ÖGB, 25. April 2002
Nr. 374

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