Csörgits zu Familienverband: Steuerreformvorschlag für Frauen kontraproduktiv

Chancengleichheit anstelle Einzementierung traditioneller Rollen

Wien (ÖGB). Der heute vom Katholischen Familienverband Wien (KFVW) präsentierte Vorschlag eines Ehepartner-Splittings im Steuerrecht wird von den ÖGB-Frauen abgelehnt. "In Österreich gibt es seit 1974 ein Individualsteuersystem und das ist gut so. Denn die Besteuerung des Haushaltseinkommens setzt negative Anreize für die Erwerbstätigkeit der Frauen und zementiert die traditionelle Rollenverteilung ein. Was wir brauchen, das ist keine Rückkehr zum gesellschaftlich überholten Alleinverdienermodell, sondern eine aktive Förderung der Chancengleichheit der Frauen", erklärt ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits.++++

Zur Förderung der Eigenständigkeit der Frauen sei - im Gegensatz zum Vorschlag des Familienverbandes - ein weiterer Abbau der Anrechnung von Haushaltseinkommen nötig. "Ich denke da insbesondere an die Notstandshilfe, wo die Anrechnung des Partnereinkommens dazu führt, dass die Frauen oftmals um ihren eigenständigen Anspruch umfallen oder die Leistung wegen des Einkommens des Partners gekürzt wird", präzisiert Csörgits.

Um die Gleichstellung voranzutreiben sei zudem die Verbesserung der Rahmenbedingungen nötig, um jungen Eltern - Frauen und Männern -die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. Konkret fordern die ÖGB-Frauen Bundesmittel für den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen, einen Rechtsanspruch auf Teilzeit bis zum Schuleintritt des Kindes und die Koppelung der öffentlichen Auftragsvergabe an eine aktive Frauenförderung. Zeiten der Kinderbetreuung müssen zudem bei der "Abfertigung neu" als Ersatzzeiten voll angerechnet werden, fordern die ÖGB-Frauen. (mfr)

ÖGB, 25. April 2002
Nr. 375

Bei der "Abfertigung Neu" sollen Zeiten für Kinderbetreuung auch zukünftig nicht angerechnet werden. Deswegen haben die ÖGB-Frauen zur Protestaktion aufgerufen. Unter www.oegb.at/frauen können Sie unsere Aktion unterstützen. Machen Sie mit!

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